2019-01-09 _ ↓↓ ENDE

 

Der Koran fordert keine ÜBER-Gewänder, sondern nur Gewänder zur Busen-Bedeckung

 

HOME _ www.parkfach.de

 

Sure 33, Vers 59 (Übersetzungs-Varianten bzw. verschiedene Übersetzungen)

==============

 

Das Wichtigste in einem Satz: In Vers 59 forderte der Prophet nur die weiblichen Bevölkerungs-Teile auf, Gewänder anzuziehen, von denen er wusste, dass sie auch ein Gewand hatten (Verheiratete + Propheten-Töchter), weil selbst diese Bevölkerungs-Teile ihre Gewänder auch in der Öffentlichkeit bislang meistens nicht trugen, sondern dort zu 60 bis 95 % nackt waren (0,5 MB).

 

Inhaltsverzeichnis

 

1 Ergebnis

 

2 Geltungs-Bereich von Vers 59

 

3 Einleitung _ ↑↑ (= OBEN)

 

4 Zitat 1: DER KORAN (Taschen-Buch)

 

5 Zitat 2: DER ISLAM (Buch)

 

6 Zitat 3: DER HEILIGE KORAN (als PDF)

 

7 Zitat 4: KORAN AUF DEUTSCH

 

8 Zitat 5: ALRAHMAN (CH/DE)

 

9 Zitat 6: BR-FERNSEHEN (PDF, Seite 2)

 

10 Zitat 7: DEUTSCHE ISLAM-KONFERENZ

 

11 Zitat 8: ISLAM.DE

 

12 Zitat 9: ISLAMIQ.DE

 

12 Zitat 9: Zeige-Geschichte Teil 1

 

13 Zitat 10: ÜBERSETZUNG VON AZHAR

 

14 Unvollständige Übersetzungen

 

14 Zitat 11: ISLAM-FATWA _ ↑↑

 

15 Zitat 12: SEYNEP

 

16 Arabisch-Englisch-Deutsch

 

16 Zitat 13: SAHIH (wortwörtliche Übersetzung)

 

17 Arabisch-Deutsch mit Google-Übersetzer

 

17 Zitat 14: KORAN IM UNICODE

 

18 Übersetzungs-Vergleich für Vers-Abschnitte

 

19 Absätze 1 bis 18 Gewand-Ausschnitte

 

1 Ergebnis _ ↑↑

Die Texte von Sure 24, Vers 31 und Sure 33, Vers 59 wurden für die vielen Frauen verkündet und niedergeschrieben, die DAMALS noch KEIN Gewand trugen, sondern mit freien Busen in der Öffentlichkeit anzutreffen waren. Die Texte wurden NICHT geschrieben für die wenigen Frauen, die DAMALS bereits ein Gewand trugen. Dem Propheten ging es sowohl in Sure 24, Vers 31 als auch in Sure 33, Vers 59 bekleidungsmäßig NUR darum, dass die Oberweite von Frauen und ihre Scham ordentlich bedeckt oder verhüllt sind. Bedeckungen oder Verhüllungen oberhalb der Schultern waren für ihn ganz offensichtlich keine Pflicht und überhaupt kein Thema. Ansonsten hätte er in den beiden Versen mindestens einen der folgenden Begriffe verwendet: Hals, Nacken, Kinn, Gesicht, Mund, Lippen, Wangen, Nase, Augen, Ohren, Haare, Haupt, Kopf.

 

2 Geltungs-Bereich von Vers 59 _ ↑↑

Dieser Vers wurde verkündet für die sehr vielen freien Frauen der Unterschicht, die damals auch in der Öffentlichkeit noch gänzlich unbedeckt (nackt) waren oder gegen die Sonne ein längliches Tuch trugen, das nur über Kopf-Haare, Nacken und beide Schultern reichte, die Vorderseite mit dem Busen aber frei sichtbar ließ. Der Vers 59 galt bereits bei seiner Verkündung NICHT für die wenigen freien Frauen der Oberschicht, die damals schon meistens ein Gewand trugen, wie zum Beispiel die Frauen des Ansar. Da heute keine muslimische Frau mehr ohne Gewand, also unbedeckt (nackt) in die Öffentlichkeit geht, ist der Vers 59 hinfällig und könnte im Koran auch stillgelegt werden.

 

3 Einleitung

Sure 33, Vers 59 wurde wahrscheinlich VOR Sure 24, Vers 31 verkündet. Näheres hierzu auf der Webseite „Frauen-Verhüllung im Koran“, Absatz 9 Zusammenwirken 31/59 (0,4 MB). Nachdem der viel Allgemeinere und umfangreichere Vers 31 verkündet war, sank die Bedeutung von Vers 59. Letzterer Vers 59 wurde dadurch jedoch nicht überflüssig, denn er stellt eine konkretisierende Ergänzung von Vers 31 dar. Begründung: In Vers 31 gibt es zwar eine eindeutige Bedeckungs-Forderung für die zuvor freien Busen, jedoch keine sonderlich konkrete Angabe zur Ausführung der Busen-Bedeckung. Dieses Manko behebt Vers 59, indem darin eine bestimmte Ankleide-Art beschrieben wird, wie nun beschrieben: _ ↑↑

 

Gemäß Vers 59 sollen Frauen, bevor sie austreten, kein Gewand anziehen, das von unten über die Füße und Hüfte angezogen werden kann und auch kein Gewand anziehen, welches wie ein Kittel oder Bade-Mantel angezogen wird, sondern sie sollen ein rundum geschlossenes Gewand anziehen, das so eine kleine Kopf-Öffnung hat, dass es erforderlich ist, das Gewand (oder den Überwurf) von oben über den Kopf anzuziehen. Das ergibt sich aus der Formulierung in Vers 59, die unter Einhaltung des Plural für Gewänder und der arabischen Wort-Reihenfolge ungefähr lautet:

 

…, dass sie ziehen über sich (eines) von ihren Gewändern.

oder _ ↑↑

…, dass sie sich über-ziehen von ihrem (Vorrat an) Gewändern.

 

Das Wort „(eines) oder „(Vorrat an) steht nicht im Ursprungs-Text und wurden deshalb grau angelegt. Das Wort „(eines) oder (Vorrat an)“ wurde zur Verdeutlichung hinzugefügt.

 

Dass daraus NACH dem Tod des Propheten findige Frauen-Bevormundende eine teilweise oder sogar vollständige Verhüllungs-Pflicht der Kopf-Hals-Partie machten, sah der Prophet nicht voraus. Ansonsten hätte er sich sicherlich etwas präziser ausgedrückt und zum Beispiel ergänzt: …, dass sie ziehen über sich (eines) ihrer Gewänder, ohne dass anschließend etwas vom Kopf oder Hals bedeckt sein muss. Für Menschen mit westlicher Denkweise ist der Kopf allemal wieder frei und unbedeckt, nachdem eine Frau ihr Gewand oder ihren Überwurf über sich herabgezogen hat. Vers 59 ist unter dem Aspekt zu sehen, dass zu Zeiten des Propheten, nicht wenige Frauen auch in der Öffentlichkeit oben ohne (topless) oder sogar ganz nackt waren.

 

4 Zitat 1: DER KORAN _ OBEN ↑↑

Taschen-Buch von Ludwig Ullmann, Goldmann-Verlag 1959

 

Sage, Prophet, deinen Frauen und Töchtern und den Frauen der Gläubigen, dass sie ihr Übergewand [46] (über ihr Antlitz) ziehen sollen, wenn sie ausgehen; so ist es schicklich, damit man sie als ehrbare Frauen erkenne und sie nicht belästige. Allah aber ist versöhnend und barmherzig.

 

Fuß-Note im Taschen-Buch: [46] Dieses Gewand, gewöhnlich aus weißer Leinwand, bedeckt die Frauen stets außer Haus von Kopf bis zu den Füßen und hat nur einen schmalen Schlitz für die Augen.

 

Übersetzungs-Vergleich für_ _

 

Anmerkungen: Die Klammer-Angabe (über ihr Antlitz) steht nicht im Koran und wurde vom Übersetzer ergänzt. Auch die Fuß-Note ist irreführend. Offenbar drehte der Buch-Autor den Spieß um: Er beobachtete, dass im Orient viele Frauen mit Seh-Schlitz rumlaufen und passte Sure 33, Vers 59 entsprechend an.

Der fette Vers-Abschnitt, mit der [46] drin, wird ohne das Hellgraue auffallen kurz. Das Hellgraue kann entfallen oder ersetzt werden, weil es nicht im Vers 59 steht. Wegen der Kürze gibt es den Verdacht, dass sich der Übersetzer zunächst eng an das arabische Original anlehnte, bevor er etwas hinzufügte. _ ↑↑

 

Im Anschluss stehen fünf Zeilen, die mit 0, 1, 2, 3 und 4 beginnen. Zeile 0 wurde dem Zitat 1 entnommen. In Zeile 1 entfiel das Wort [dass] und die beiden Wörter [ihr Antlitz] wurden durch „sich“ ersetzt. In Zeile 2 wurde die deutsche Wort-Reihenfolge an die arabische Wort-Reihenfolge angepasst. In Zeile 3 wurde „von blass ergänzt, weil es der Übersetzer nicht in die Übersetzung aufnahm, obwohl das arabische Wort für „von ganz einfach ist. In Zeile 4 steht die wortwörtliche Übersetzung gemäß Zitat 13, ergänzt um (eines).

 

0 dass sie ihr Übergewand [46] (über ihr Antlitz) ziehen sollen

1 sie ihr Übergewand über sich ziehen sollen

2 sie sollen ziehen über sich ihr Übergewand

3 sie sollen ziehen über sich von ihrem Übergewand (Singular)

4 sie sollen ziehen über sich (eines) von ihren (weiten) Gewändern (Plural)

 

Die Übersetzung gemäß Zitat 1 ist insofern interessant, weil es damals hierzulande noch keine Kopftuch-, Hidschab- oder Verschleierungs-Debatte gab und weil der Übersetzer wahrscheinlich ein waschechter Deutscher ist. Den Fehler, aus dem Plural den Singular zu machen, machte er aber auch. Aus dem Taschenbuch wurde der Text eingescannt, weil dieses Taschenbuch wahrscheinlich nicht mehr so einfach zu beschaffen ist: Scan von 4 Koran-Versen (0,7 MB).

 

5 Zitat 2: DER ISLAM _ OBEN ↑↑

Buch von Peter Heine, Patmos-Verlag 2007

 

O Prophet, sag deinen Gattinnen und deinen Töchtern und den Frauen der Gläubigen, sie sollen ETWAS von ihrem Überwurf über sich herunterziehen. Das bewirkt eher, dass sie erkannt werden und dass sie nicht belästigt werden. Und Gott ist voller Vergebung und barmherzig.

 

Übersetzungs-Vergleich für_ _

 

Anmerkungen: Das Wort ETWAS (englisch SOMETHING) steht nicht in Vers 59 und wurde vom Übersetzer ergänzt. Wahrscheinlich wurde diese Übersetzung nicht vom Buch-Autor erstellt, sondern übernommen, weil der wichtigste Vers-Abschnitt im Vers 59, mit den Worten „etwas von ihrem Überwurf“ genau übereinstimmt mit Zitat 8 und 11.

 

6 Zitat 3: DER HEILIGE KORAN _ OBEN ↑↑

Aus einer 2015 heruntergeladenen PDF-Datei, im Internet nun gelöscht.

 

O Prophet! Sprich zu deinen Frauen und deinen Töchtern und zu den Frauen der Gläubigen, sie sollen ihre Übergewänder REICHLICH über sich ziehen. So ist es am ehesten gewährleistet, dass sie (dann) erkannt und nicht belästigt werden. Und Allah ist allverzeihend, barmherzig. (Übersetzer: M. A. Rassoul)

 

Übersetzungs-Vergleich für_ _

 

Anmerkung: Das Wort REICHLICH (englisch AMPLE) steht nicht in Vers 59 und wurde vom Übersetzer ergänzt.

 

7 Zitat 4: KORAN AUF DEUTSCH→→ _ OBEN ↑↑

 

O Prophet! Sprich zu deinen Frauen und deinen Töchtern und zu den Frauen der Gläubigen, sie sollen ihre Tücher TIEF über sich ziehen. Das ist besser, damit sie erkannt und nicht belästigt werden. Und Allah ist allverzeihend, barmherzig. (Übersetzer: Ahmadeyya)

 

Übersetzungs-Vergleich für_ _

 

Anmerkung: Das Wort TIEF (englisch DEEP) steht nicht in Vers 59 und wurde vom Übersetzer ergänzt.

 

8 Zitat 5: ALRAHMAN→→ (CH/DE) _ OBEN ↑↑

 

O Prophet! Sag deinen Frauen und Töchtern und den gläubigen Frauen, sich zu bedecken. Dadurch werden sie erkannt und vermeiden es, belästigt zu werden. Gott ist der Vergebende, Gnadenvolle.

 

Übersetzungs-Vergleich für_ _

 

Anmerkungen: sich zu bedecken“ ist eine zu allgemeine Aussage und kann deshalb ganz unterschiedlich interpretiert werden. Ein freiheitlich westlich denkender Mensch ist zum Beispiel der Meinung, dass die Forderung „sich zu bedecken“ bereits erfüllt ist, wenn eine Frau am Strand einen Bikini trägt. Frauenverhüllungswütige nahöstliche Bekleidungs-Diktatoren sind hingegen teilweise der Meinung, dass die Forderung „sich zu bedecken“ erst dann erfüllt ist, wenn eine Frau vollverschleiert ist. _ ↑↑

 

Die zu allgemeine Aussage „sich zu bedecken“ müsste also um den Bedeckungs-Grad ergänzt werden. Der Prophet drückte sich da schon etwas genauer aus, indem er über die Art des Ankleidens (ein Gewand über sich herabziehen) indirekt die Ausführung des Gewandes beschrieb. Das Gewand soll also so gestaltet sein, dass es nur über den Kopf angezogen werden kann. Ein solches Gewand ist rundum geschlossen und hat eine Öffnung, die so klein ist, dass der Kopf hindurchpasst, nicht jedoch die Hüfte.

 

In Vers 59 wird von den Frauen verlangt, sich zu bedecken, bevor sie austreten, weil sie damals noch unbedeckt in die Öffentlichkeit traten. Diese Forderung des Propheten ist keine Offenbarung Allahs, sondern sie entstand durch die Beobachtung des Propheten während seiner Jugendzeit in den Christen-Gebieten, denn dort trugen die Frauen bereits Gewänder. Es kann also davon ausgegangen werden, dass die Ausführung des geforderten Gewandes den Gewändern ähnelte, wie sie damals in den weit entfernten Christen-Gebieten üblich waren.

 

9 Zitat 6: BR-FERNSEHEN→→ (PDF, Seite 2) _ OBEN ↑↑

 

O Prophet! Sag deinen Gattinnen und Töchtern und den Frauen der Gläubigen, sie sollen (wenn sie austreten) sich etwas von ihrem Gewand (über den Kopf) herunterziehen. So ist es am ehesten gewährleistet, dass sie (als ehrbare Frauen) erkannt und daraufhin nicht belästigt werden. Allah aber ist barmherzig und bereit zu vergeben. (Übersetzer: Rudi Paret)

 

Übersetzungs-Vergleich für_ _

 

Anmerkungen: Auf der Seite 2 der PDF-Datei steht, wie mit dem Koran ein (angebliches) Kopftuch-Gebot begründet wird: Es wird im Vers 59 (der Sure 33) die Bekleidungs-Vorgabe vierfach verfälscht wiedergegeben und es wird im Vers 31 (der Sure 24) der falsche Begriff „Schmuck“, der richtig „Zierde“ lauten müsste, ungerechtfertigt auf die Kopf-Haare ausgedehnt, obwohl mit der Zierde nur der Busen gemeint ist, weil die Frauen damals noch mit unbedecktem Busen ausgingen und der Prophet wollte, dass der Busen bedeckt wird. Zu vierfach verfälscht: +etwas, +herunter, +über den Kopf, Gewänder → Gewand. _ ↑↑

 

Die Worte „etwas“, „herunter“ und „Kopf“ stehen nicht in Vers 59. Es könnte also genauso gut lauten: … sie sollen sich eines von ihren weiten Gewändern (von oben kommend) überziehen und anschließend ist der Kopf wieder frei. Ein Gewand hat vier Öffnungen, eine (möglichst kleine) für den Kopf, zwei (möglichst kleine) für die Arme und eine größere für die Beine. Wird ein solches Gewand über den Kopf angezogen, so bedeutet dies, dass zum Schluss Kopf, Arme und Beine herausschauen.

Manche Übersetzer fügten „als ehrbare Frauen“ hinzu, aber kein Übersetzer fügte „als gläubige Frauen“ hinzu, obwohl Hidschabs und Voll-Verschleierungen in der heutigen Zeit das hauptsächliche Erkennungs-Merkmal für einen bestimmten Glauben sind. Zu Zeiten des Propheten genügte es anscheinend, ein (weites) Gewand zu tragen oder vielleicht genügte es sogar, den Busen irgendwie zu bedecken, um als anständige, ehrbare, freie, gläubige oder sittsame Frau erkannt zu werden.

 

10 Zitat 7: DEUTSCHE ISLAM-KONFERENZ→→ _ OBEN ↑↑

 

O Prophet! Sag deinen Gattinnen und Töchtern und den Frauen der Gläubigen, sie sollen sich etwas von ihrem Gewand (ğilbāb) (Im Originaltext steht hier der Plural ğalābīb.) herunterziehen. So ist es am ehesten gewährleistet, dass sie erkannt und daraufhin nicht belästigt werden. Allah aber ist barmherzig und bereit zu vergeben.

 

Übersetzungs-Vergleich für_ _

 

Anmerkungen: Das Gewand soll, nachdem es heruntergezogen wurde, angeblich auch den Kopf bedecken. Dass dies der Prophet so meinte, ist eher unwahrscheinlich, denn er beanstandete NIE Frauen ohne Kopf-Bedeckung. Während die meisten Übersetzer fehlerhaft Über-Gewand oder Überwurf verwendeten, steht im Vers-Text der deutschen Islam-Konferenz korrekt nur Gewand (ohne Über-).

 

11 Zitat 8: ISLAM.DE→→ _ OBEN ↑↑

 

O Prophet, sag deinen Gattinnen und deinen Töchtern und den Frauen der Gläubigen, sie sollen etwas von ihrem Überwurf über sich herunterziehen. Das ist eher geeignet, dass sie erkannt und so nicht belästigt werden. Und Allah ist Allvergebend und barmherzig.

 

Übersetzungs-Vergleich für_ _

 

Anmerkungen: Der Begriff „Überwurf“ wird in den Übersetzungen gemäß Zitat 2, 8, 10 und 11 verwendet. Die Verwendung des Begriffes „Überwurf“ hält offenbar eine Mehrheit für wenig zutreffend. Die Formulierung „sie sollen etwas von ihrem Überwurf über sich herunterziehen“ wurde vielleicht gewählt, um zu suggerieren, dass ein Teil des Überwurfes über den Kopf zu werfen ist. Der Teil-Satz „etwas von ihren Gewändern“ wurde dazu verändert in „etwas von ihrem Überwurf“.

 

12 Zitat 9: ISLAMIQ.DE→→ _ OBEN ↑↑

 

O Prophet! Sage deinen Frauen und deinen Töchtern und den Frauen der Gläubigen, dass sie etwas von ihrem Übergewand über sich ziehen sollen. So werden sie eher erkannt und (daher) nicht belästigt. Und Allah ist verzeihend, barmherzig.

 

Übersetzungs-Vergleich für_ _

 

Zeige-Geschichte Teil 1

Offizieller Titel der Zeige-Geschichte (ungefähr): „Was eine Frau von ihrer Schönheit zeigen sollte“

Selbst ausgedachter Titel der Zeige-Geschichte: Hidschab-Hadith

 

Weiteres wichtiges Zitat aus ISLAMIQ.DE:

>> Das Bekleidungsgebot lässt sich auch aus einem Hadith ableiten, welcher in der Sammlung von Abû Dawûd (817 - 889 n.Chr.) überliefert ist: „Aischa (614 - 678 n.Chr.) berichtet: ‚Asmâ bint Abî Bakr (593 - 693 n.Chr.) erschien in freizügiger Kleidung vor dem Propheten (570 - 632 n.Chr.). Dieser wendete sich von ihr ab und sprach: ‚O Asmâ! Wenn die Frau ihre Geschlechtsreife erlangt hat, dann sollte nichts von ihr zu sehen sein, außer diesem! ’ Und er zeigte auf sein Gesicht und seine Hände.“ << _ ↑↑

 

Dieser deutsche Text ist eine Übersetzung aus dem Arabischen (ohne die Jahres-Zahlen). Der folgende Link zeigt die Webseite mit dem arabischen Text und der englischen Übersetzung: SUNNAH.COM →→ (0,44 MB). Ummul Mu'minin bedeutet: Mutter der Gläubigen.

 

Fremd-Kommentar

Auf der Seite von Sunnah.com steht nicht nur die Zeige-Geschichte in Arabisch und Englisch, sondern es steht auch noch ein Kommentar zur Zeige-Geschichte mit dabei. Dieser lautet in Englisch:

 

>> Abu Dawud said: This is a mursal tradition (i.e. the narrator who transmitted it from 'Aishah is missing). Khalid b. Duraik did not see 'Aishah. <<

 

Der Google Übersetzer macht Folgendes daraus:

„Abu Dawud sagte: Dies ist eine MURSALE Überlieferung (d.h. der Erzähler, der es von Aischa übertragen hat, fehlt). Khalid b. Duraik sah Aischa nicht.“

 

Gemäß der Webseite von Islam Fatwa →→ (0,98 MB) bedeutet „MURSAL“: „Jegliche Unterbrechung der Überlieferungskette eines Hadith.“ _ ↑↑

 

Eigener Kommentar zum Fremd-Kommentar

Der Fremd-Kommentar steht natürlich nicht auf der Webseite von IslamIQ.de.

Der Sammler von alten arabischen Schriften Abu Dawud hatte bereits damals offenbar den Verdacht, dass mit der „Zeige-Geschichte“ irgendetwas nicht stimmt. Er konnte jedoch mit den damaligen Methoden nicht beweisen, dass es sich um eine nachträglich frei erfundene Geschichte handelt. Mit den heutigen Analyse-Methoden könnte zum Beispiel festgestellt werden, dass das Schriftstück mit der Zeige-Geschichte erst deutlich nach dem Tod des Propheten und vielleicht auch erst nach dem Tod von Aischa erstellt wurde.

 

Die ganze Sache erscheint etwas verworren. Sicher ist jedoch, dass Aischa den arabischen Text der Zeige-Geschichte nicht selber aufschrieb und dass Aischa die Zeige-Geschichte nicht persönlich der Person erzählte, die sie aufschrieb. Es ist unklar, wie die Berichterstattung von Aischa zum Aufschreibenden kam. Es könnte zum Beispiel folgender Ablauf gewesen sein: _ ↑↑

 

Asma (593 - 693 n.Chr.)

Prophet (570 - 632 n.Chr.)

Aischa (614 - 678 n.Chr.)

Ungeklärte Übermittlung

Khalid b. Duraik (? - ? n.Chr.)

Aufschreibender (? - ? n.Chr.)

Abu Dawud (817 - 889 n.Chr.)

 

Fragen zum Fließbild: Wie kam Asma (20 Jahre ältere Halb-Schwester von Aischa) zum Propheten? Wie gelangte das (angebliche) Zeige-Ereignis zu Aischa? Wer war die unbekannte Person? Wann lebte Khalid b. Duraik? Wer war derjenige, der die Geschichte schriftlich festhielt (Aufschreibender)? Wann wurde die Zeige-Geschichte niedergeschrieben? _ ↑↑

 

Theoretisch könnte Khalid b. Duraik oder der Aufschreibende die Zeige-Geschichte sogar frei erfunden haben. Vielleicht wegen dieser Unsicherheit erkennen die Verfechter der Voll-Verschleierung die Zeige-Geschichte offenbar nicht an. Sie können die Zeige-Geschichte allerdings sowieso nicht anerkennen, weil sie sonst die Voll-Verschleierung nicht mehr fordern könnten.

 

Wer war Khalid b. Duraik?

Der Imam und Schriften-Sammler Abu Dawud behauptete, dass Khalid b. Duraik Aischa nie sah. Leider begründete Abu Dawud seine Behauptung nicht. Eine Begründung könnte gewesen sein, dass Khalid b. Duraik erst geboren wurde, nachdem Aischa gestorben war. Im Internet ist nichts über Khalid b. Duraik herauszufinden, weder wann er lebte, noch wo er wohnte. Eine andere Begründung könnte gewesen sein, dass Khalid b. Duraik nicht zur Verwandtschaft und auch nicht zum Bekannten-Kreis Aischas gehörte, wobei einmal angenommen wird, dass die Verwandten und Bekannten Aischas bekannt sind. Khalid b. Duraik ist anscheinend eine vollkommen unbedeutende Persönlichkeit, weil offenbar nichts über ihn bekannt ist, außer dass er Aischa nie sah. Es könnte sogar sein, dass es Khalid b. Duraik nie gab, er also eine frei erfundene Person ist.

 

Siehe auch eine Stellungnahme aus 1998 (0,3 MB)

 

Eigene Anmerkungen zur Zeige-Geschichte: _ ↑↑

Während alle Welt von den bekleidungsrelevanten Koran-Versen spricht, wird die Zeige-Geschichte kaum erwähnt. Dabei hat die Zeige-Geschichte im muslimischen Alltag eine mindestens ebenso große Bedeutung wie die Koran-Verse. Die Zeige-Geschichte wird deshalb nachfolgend etwas ausführlicher behandelt.

 

Die Zeige-Geschichte, wonach nur Gesicht und Hände einer Frau frei sichtbar sein dürfen, ist NICHT der Wille Allahs, denn diese Forderung wurde NIEMALS verkündet!

 

Die Zeige-Geschichte ist juristisch nicht bindend, weil sie keinen gesetzlichen Charakter hat, wie zum Beispiel der Koran für Muslime. Das arabische Schrift-Stück der Zeige-Geschichte enthält keine zweite Unterschrift. Es gibt auch kein weiteres arabisches Schrift-Stück von einer anderen Person, welches die Zeige-Geschichte bestätigt. Die Zeige-Geschichte ist somit nicht qualitätsgesichert. Ganz anders der Koran: Hier wurde jeder einzelne Vers von mindestens zwei Personen bestätigt und nur ganz wenige Verse wurden nur von einer Person bestätigt.

 

Dennoch wird die Zeige-Geschichte von den muslimischen Geistlichen sehr hoch aufgehängt. In der Moschee- und der Koranschul-Praxis werden Koran-Verse und die Zeige-Geschichte auf eine Stufe gestellt, also gleichberechtigt behandelt. Dies wird erkennbar, weil ausnahmslos alle strenggläubigen muslimischen Frauen Kleidung tragen, die nur Gesicht und Hände zeigen und somit genau das widerspiegeln, was in der Zeige-Geschichte steht. Die bekleidungsrelevanten unverfälschten Koran-Verse bestätigen die Forderung der Zeige-Geschichte noch nicht einmal ansatzweise. _ ↑↑

 

Für muslimische Geistliche ist die Zeige-Geschichte der rettende Anker, denn der Koran macht nur sehr vage Angaben über den Grad der Bedeckung einer Frau. Die beiden relevanten Verse 59 und 31 zusammengenommen lassen nur erkennen, dass verheirate Frauen Gewänder tragen sollen, die Busen und Scham bedeckt. Es wird keine Angabe darüber gemacht, ob das Gewand bis zu den Füßen reichen soll oder nur bis zu den Knien oder noch weiter oben enden darf. Auch wird nichts über die Ärmel-Länge ausgesagt, so dass von ärmellos über kurzärmelig und Halb-Ärmeln bis hin zu Voll-Ärmeln alles erlaubt zu sein scheint.

 

Einwand „Selbst-Widerspruch“

Für unverheiratete geschlechtsreife Frauen fordert Vers 59 NICHTS, also insbesondere kein Gewand und Vers 31 fordert für diesen Personen-Kreis nur bedeckte Busen (und lasse sie ziehen ihre Tücher über ihre Busen). In der Zeige-Geschichte wird für geschlechtsreife Frauen nun auf einmal eine vollständige Bedeckung, bis auf Gesicht und Hände gefordert. Da sowohl Vers 59 als auch Vers 31 und (angeblich) auch der Zeige-Vorgang vom Propheten stammen sollen, hätte sich dieser selber widersprochen. Der Unterschied zwischen nur Busen-Bedeckung und fast Voll-Verschleierung ist einfach zu groß. (Hinweis: Vers 59 gilt nur für verheiratete Frauen und Vers 31 gilt sowohl für unverheiratete geschlechtsreife als auch für verheiratete Frauen.) _ ↑↑

 

Einwand „Umsetzungs-Defizit“

Aus der Zeit des Propheten als auch aus den ersten 100 Jahren nach dem Tode des Propheten gibt es keine Überlieferung, wonach unverheiratete geschlechtsreife Frauen sich so kleideten, wie in der Zeige-Geschichte beschrieben.

 

Einwand „Prinzip-Abweichung“

Die im Koran veröffentlichten Bekleidungs-Forderungen richteten sich danach, was die Menschen bereits besaßen. Wenn der Prophet nun tatsächlich auf einmal von unverheiratete geschlechtsreife Frauen ganzkörperbedeckende Gewänder gefordert hätte, wäre er von seinem Prinzip „nur Kleidung fordern, die es bereits gibt“ ganz erheblich abgewichen.

 

Einwand „Zeige-Ungenauigkeit“ _ ↑↑

Zeigen ist oft eine ungenaue Angelegenheit. Als der Prophet (angeblich) in Richtung seines Gesichts zeigte, könnte er genauso gut den ganzen Kopf, nur die Nasen-Spitze oder nur ein Auge gemeint haben. Letzteres wäre dann die Interpretation der Voll-Verschleierungs-Vertreter. Weiterhin könnte er nicht nur die Hände, sondern auch die Unter-Arme gemeint haben. Zeigte er mit dem Zeige-Finger, mit mehreren Fingern, mit der flachen Hand oder mit der Faust? Zeigte er nur auf drei Punkte oder zeigte er Umrisse? Leider gibt es kein Video, das die Zeige-Geschichte festhielt.

 

Außerdem handelte es sich bei dem Zeige-Vorgang um KEINE (angebliche) Allah-Offenbarung, sondern um die individuelle und für andere Menschen letztendlich unmaßgebliche Meinung einer Einzel-Person, die vor ungefähr 1.400 Jahren lebte. Der Prophet sagte oder ließ NIE aufschreiben, dass zur Frau gewordene Mädchen auch die Haare zu bedecken haben. Jedenfalls ist nichts in dieser Richtung überliefert.

 

Wäre es dem Propheten wirklich wichtig gewesen, dass Frauen in der Öffentlichkeit nur Gesicht und Hände unbedeckt zeigen, hätte er dies in einer Sure verkündet. Warum verkündete er zum Beispiel nicht: „… und lasse sie (die Frauen) alles bedecken, außer Gesicht und Hände (bevor sie austreten) …“?

 

Es gibt kein weiteres Schriftstück von einer zweiten Person aus der Zeit des Propheten, in der festgehalten wurde, dass der Prophet den Frauen nur das Zeigen von Gesicht und Händen zugestehen wollte. _ ↑↑

 

Die Zeige-Geschichte kann übertrieben dargestellt oder im Extremfall sogar auch frei erfunden worden sein. Vielleicht wollte Aischa, die (angeblich) über diesen (angeblichen) Vorgang berichtete oder auch derjenige, die die Zeige-Geschichte niederschrieb, einfach nur etwas Politik machen oder sich wichtigmachen.

 

Unklar ist, warum der Prophet nicht auch auf die Füße und Waden zeigte, denn das würde bedeuten, dass zwar die Hände und vielleicht auch die Unter-Arme frei sein dürften, nicht aber die Füße und Waden.

 

Aus dem folgenden Grund ist es eher unwahrscheinlich, dass die Zeige-Geschichte des Propheten ein Vorzeige-VERBOT für Frauen-Kopf-Haare in der Öffentlichkeit ausdrücken sollte: Zurzeit des Propheten durften nur die Frauen der Oberschicht ein voluminöses Kopftuch tragen, damit sie sich deutlich von den Sklavinnen unterschieden. Es ist unwahrscheinlich, dass die leicht bekleidete Frau, die sich (angeblich) beim Propheten vorstellte, zur Oberschicht gehörte. _ ↑↑

 

Vergleich „Koran / Zeige-Geschichte“

A) Mädchen zwischen Geburt und erstem Eisprung

Koran und Zeige-Geschichte fordern für diese Gruppe nichts zur Bekleidung. Diese Gruppe durfte somit weiterhin nackt bleiben.

 

B) Gebärfähige unverheiratete Frauen

Koran: Vers 59 (der Sure 33) fordert für diese Gruppe nichts, also auch kein Gewand und Vers 31 (der Sure 24) fordert nur die Bedeckung freier Busen. Zeige-Geschichte: Fordert für diese Gruppe die komplette Verhüllung, bis auf Gesicht und Hände.

 

C) Verheiratete Frauen

Koran: Vers 59 fordert für diese Gruppe ein Gewand und Vers 31 fordert die Bedeckung der Busen, wenn diese auch bei getragenem Gewand noch frei sichtbar sind. Zeige-Geschichte: Fordert für diese Gruppe die komplette Verhüllung, bis auf Gesicht und Hände. _ ↑↑

 

Merkwürdige Bekleidungs-Sprünge

Gemäß Koran und Zeige-Geschichte dürfen Mädchen (und natürlich auch Jungs) bis zur Geschlechts-Reife nackt bleiben. Gemäß der Zeige-Geschichte müssten sich Mädchen mit der ersten Regel-Blutung komplett verhüllen, bis auf Gesicht und Hände. Ein Sprung von (fast) nackt zur (fast) Komplett-Verhüllung? Irgendetwas stimmt doch da nicht.

 

Die beiden Verse 59 und 31 wurden 627 verkündet, um die Frauen-Nacktheit der vorislamischen Zeit zu beenden. Im stillen Kämmerlein soll der Prophet jedoch ungefähr zur selben Zeit über Asma von allen Frauen gefordert haben, sich bis auf Gesicht und Hände zu bedecken. Irgendetwas stimmt doch da nicht.

 

Warum findet sich noch nicht einmal ansatzweise der (angebliche) Wunsch des Propheten, dass Frauen ab der Geschlechts-Reife nur noch Gesicht und Hände zeigen, in den beiden Versen 59 und 31 nicht wieder?

 

Warum steht in Wikipedia unter „Asma“ nichts von der Zeige-Geschichte?

 

Weitere Einwände zur Zeige-Geschichte sind auf der Webseite „Übersetzungs-Varianten für Sure 24, Vers 31“ unter Zeige-Geschichte Teil 2 (0,7 MB) zu finden.

 

13 Zitat 10: ÜBERSETZUNG VON AZHAR→→ _ OBEN ↑↑

 

O Prophet! Sage deinen Frauen, Töchtern und den Frauen der Gläubigen, sie sollen einen Teil ihres Überwurfs über sich herunterziehen. So werden sie eher erkannt und nicht belästigt. Gottes Vergebung und Barmherzigkeit sind unermesslich.

 

Übersetzungs-Vergleich für_ _

 

Anmerkungen: 1.) Aus dem Plural (Überwürfe) wurde unzulässigerweise der Singular (Überwurf) gemacht. 2.) Im Vers 59 stehen nicht die Worte „einen Teil“. Normalerweise macht es der Übersetzer (meistens durch Einklammern) kenntlich, wenn er in seiner Übersetzung etwas hinzufügt hat, was nicht im arabischen Original steht. Die Übersetzer, die „einen Teil“ oder „etwas“ hinzufügten, machten diese Hinzufügung jedoch nicht kenntlich. Ansonsten gelten im Prinzip dieselben Ausführungen und Beanstandungen, wie unter Zitat 11.

 

14 Unvollständige Übersetzungen

 

Zitat 11: ISLAM-FATWA→→ _ OBEN ↑↑

 

Sub-Inhaltsverzeichnis

 

Zitierte Texte und direkte Erwiderung

 

Fünfstufige Umgestaltungs-Kette

 

Formale Anmerkungen

 

Inhaltliche Kommentare

 

Basis-Analyse

 

Alternative

 

Islam-Fatwa-Auslegung (Teil 2)

 

Eigene Anmerkungen

 

2 x unbedeckt

 

Vers 59 der Sure 33

 

Zitierte Texte _ SUB-I ↑

Sie sollen etwas von ihrem Khumur (Pl. von Khimaar; hier übersetzt mit: Überwurf) über sich herunterziehen. (24:31)

 

Übersetzungs-Vergleich für_ _ ↑↑

 

Islam-Fatwa-Auslegung (Teil 1): Dieser Vers macht deutlich, dass der Frau befohlen wird, ihren Khimaar (Kopftuch) über ihren Kopf, herunter zum Busen zu ziehen. Folglich wird von ihr verlangt, den Bereich zwischen Kopf und Busen zu bedecken, welcher Gesicht und Hals miteinschließt. Weiterer Text siehe Teil 2 vor Zitat 12.

 

Direkte Erwiderung zur eigenwilligen und weit hergeholten Islam-Fatwa-Auslegung:

Die wortwörtliche Übersetzung des entscheidenden Vers-Abschnittes aus Sure 33, Vers 59 lautet ungefähr:

 

 „Sie sollen ziehen über sich (eines) von ihren (weiten) Gewändern.“ (Kurzform: Sie sollen eines ihrer Gewänder überziehen.)

 

Durch die nachfolgend beschriebene fünfstufige Umgestaltungs-Kette wurde von denen, die Hidschabs oder Nikabs fordern, aus der wortwörtlichen Übersetzung nachfolgender Satz gemacht:

 

 „Sie sollen etwas von ihrem (Khumur) Überwurf über sich herunterziehen.“ _ ↑↑

 

Fünfstufige Umgestaltungs-Kette _ SUB-I ↑

Jede der fünf nachfolgend aufgeführten Veränderungen erscheint für sich alleine betrachtet harmlos. Es ist erst die Kombination der fünf Veränderungen, mit deren Hilfe die entscheidende Sinn-Entstellung entstand:

 

0 Basis, also die ungefähre wortwörtliche Übersetzung, von der ausgegangen wird: (… to draw over themselves of their (outer) garments = … sie sollen ziehen über sich von ihren (weiten) Gewändern.) Bei den weiteren Schritten 1 bis 5 wird der jeweils etwas veränderte Satz grau dahinter geschrieben und die jeweilige Satz-Änderung LILA und durch GROSS-BUCHSTABEN markiert.

 

1 Aus dem Plural (Gewänder) wurde der Singular (Gewand) gemacht, was in diesem Fall als ein schwerwiegender Übersetzungs-Fehler bezeichnet werden kann und natürlich unzulässig ist. (… sie sollen ziehen über sich von ihrem (weiten) GEWAND.) Klingt nun ein wenig so, als sollte nur ein Teil vom (weiten) Gewand übergezogen werden.

 

2 Die Worte "ziehen" und „über sich“ wurden nach hinten verschoben und die Reihenfolge vertauscht, was Beides nicht zu beanstanden ist. Die Wort-Verschiebungen machen es jedoch erforderlich, ein Wort hinzuzufügen, damit der Satz grammatikalisch in Ordnung bleibt. Dieses hinzuzufügende Wort (siehe 3) steht jedoch nicht im arabischen Text. (… sie sollen von ihrem (weiten) Gewand ÜBER SICH ZIEHEN.) _ ↑↑

 

3 Das Wort "etwas" wurde hinzugefügt, obwohl es nicht im arabischen Text vorkommt. Im eigentlich zu verwendenden Plural (Gewänder) klänge es besser und richtiger, wenn nicht „etwas“, sondern „eines“ hinzugefügt würde. (… sie sollen ETWAS von ihrem (weiten) Gewand über sich ziehen.)

 

4 Es wurde nicht „(weites) Gewand“, sondern „Überwurf“ gewählt, um zu suggerieren, dass Stoff ÜBER den Kopf zu „werfen“ sei. (Weites) Gewand ist der allgemeinere und Überwurf der speziellere Begriff. Ein Überwurf ist also auch ein (weites) Gewand. (… sie sollen etwas von ihrem ÜBERWURF über sich ziehen.)

 

5 Es wurde nicht "ziehen" verwendet, sondern "herunterziehen", um dasselbe, wie unter 4 zu suggerieren. (… sie sollen etwas von ihrem Überwurf über sich HERUNTERZIEHEN.) Die Sinn-Entstellung ist nun perfekt, denn der umgebaute Satz teilt den Überwurf gedanklich auf in einen Teil, der den Körper bedeckt und in einen zweiten Teil, der den Kopf bedeckt.

 

Der Ursprungs-Satz „… sie sollen ziehen über sich (eines) von ihren (weiten) Gewändern“ wurde in fünf Schritten vollkommen umgekrempelt und dadurch zu „… sie sollen etwas von ihrem (Khumur) Überwurf über sich herunterziehen“. Hierbei wanderte das Wort „ziehen“ vom Anfang zum Ende. Zu guter Letzt wird dann noch der durch die Umgestaltung sinnentstellte Satz in eigenwilliger und weit hergeholter Weise so interpretiert, dass der Frau (angeblich von Allah) befohlen wird, einen Teil ihres Überwurfes so über ihren Kopf zu führen, dass dadurch das entsteht, was als EINZELTEN der Kopf-Hals-Schultern-Partie bezeichnet werden kann. _ ↑↑

 

Formale Anmerkungen_ SUB-I ↑

1.) Auf der Webseite von Islam Fatwa wird obiger Satz der Sure An-Nur 24, Vers 31 zugeschrieben. Das kann nicht sein, denn dieser Satz gehört ganz eindeutig zur Sure 33, Vers 59. Siehe hierzu den ↓Übersetzungs-Vergleich. Dies ist die erste formale Beanstandung und wird hoffentlich bald korrigiert.

2.) Im aus dem Vers 59 übersetzten Text wird der Begriff Überwurf verwendet (Pl. von Khimaar; hier übersetzt mit: Überwurf). In der anschließenden Erläuterung wird dann auf einmal der Begriff „Kopftuch“ verwendet [Khimaar (Kopftuch)]. Kein anderer Übersetzer verwendet im Vers 59 den Begriff „Kopftuch“.

3.) Das Wort „etwas“ steht nicht im arabischen Koran-Text.

 

Was gemacht wurde, um den Bezug zu Sure 24, Vers 31 zu rechtfertigen: Es wurde der extrem verfälschte Text von Sure 33, Vers 59 verwendet und lediglich der in Vers 59 vorkommen Begriff „Gilbab“ (Gewand) durch den in Vers 31 vorkommenden Begriff „Khimar“ (≈ Himar, Tuch) ersetzt. Durch den Austausch eines einzigen Wortes wurde ein Text aus Vers 59 zu einem Text für Vers 31 gemacht.

 

Inhaltliche Kommentare_ SUB-I ↑

Es wurde zwar, aus dem arabischen Text, der Plural (Khumur) übernommen, grammatikalisch wurde dieses Plural-Wort jedoch so verwendet, als wäre es ein Singular-Wort (Khimar, Gewand, Überwurf). Der unter Zitat 10 zitierte Satz müsste also grammatikalisch korrekt wie folgt lauten: _ ↑↑

Sie sollen etwas von ihren Khumur (Gewändern, Überwürfen) über sich herunterziehen.

Aus dem Wort „ihrem“ müsste also das Wort „ihren“ werden.

Wird der Plural auch grammatikalisch, also auch im Satz-Aufbau, eingehalten, so kann der Satz auch bedeuten:

Sie sollen einen ihrer Khumur (eines ihrer Gewänder, einen ihrer Überwürfe) über sich herunterziehen.

Über sich herunterziehen kann auch bedeuten, dass ein rundum geschlossenes, also nicht geknöpftes Kleidungs-Stück, mit einer Öffnung, die nur so groß ist, dass der Kopf hindurchpasst, über den Kopf eingefädelt und anschließend über den Körper heruntergezogen wird, ohne dass anschließend der Kopf bedeckt sein muss.

 

Es stellt speziell bei diesem kurzen Vers-Abschnitt in Vers 59 eine erhebliche Übersetzungs-Entstellung dar, wenn die im arabischen Koran-Text vorgegebene Mehrzahl (Khumur, Gewänder oder Überwürfe) bei der Übersetzung grammatikalisch in die Einzahl (Khimar, Gewand oder Überwurf) verändert wird. _ ↑↑

 

Die Auslegung des wichtigsten Vers-Abschnittes aus 33:59 in dem Sinne, dass die Frauen einen Teil des Überwurfes über ihren Kopf schlagen/werfen und dann über den Busen herunterziehen sollen, ist nur möglich, wenn im Satz-Aufbau nicht die Mehrzahl (der Plural) für Gewand oder Überwurf verwendet wird, sondern die Einzahl (der Singular). Aber genau das ist das entscheidende Indiz dafür, dass diese Übersetzungs-Auslegung falsch ist, denn die im arabischen Text verwendete Mehrzahl muss auch in der Übersetzung erhalten bleiben. Der Google-Übersetzer verhält sich korrekt und macht niemals aus dem Plural eines Satzes den Singular.

 

Wenn die Mehrzahl für Gewand oder Überwurf verwendet wird, so bedeutet es immer, dass die Frauen eines ihrer Gewänder oder einen ihrer Überwürfe überziehen oder über sich herunterziehen sollen.

Nur wenn unzulässigerweise die Einzahl für weites Gewand oder Überwurf verwendet wird, lässt sich der Vers-Abschnitt so hinbiegen, dass die Frau einen Teil, also etwas, ihres Gewandes oder Überwurfes über sich herunterziehen soll.

Diejenigen, die den obigen Abschnitt aus Vers 59 als Begründung für die Kopftuch- oder Voll-Verschleierungs-Pflicht heranziehen wollen, sind gezwungen aus der Mehrzahl die Einzahl zu machen. _ ↑↑

 

Basis-Analyse_ SUB-I ↑

In der Übersetzung des arabischen Koran-Textes fehlt ein deutsches Wort, wenn die original arabische Wort-Reihenfolge verändert wird. Dies wird nun nachfolgend detailliert gezeigt:

Wird in der Übersetzung dieselbe Reihenfolge verwendet, wie im arabischen Koran-Text, so steht da:

to draw (يُدْنِينَ) over themselves (عَلَيْهِنَّ) of (مِن) their outer garments (جَلَبِيبِهِنَّۚ). Oder in Deutsch:

sie sollen ziehen über sich von ihren (weiten) Gewändern / Überwürfen).

Diese Übersetzung ist grammatikalisch gerade noch so in Ordnung und erfordert kein zusätzliches Wort.

 

Wird in der Übersetzung die Reihenfolge jedoch verändert, also insbesondere die Wort-Folge „ziehen über sich herab“ ans Ende gesetzt, so steht da:

Basis: sie sollen von ihren (weiten) Gewändern ziehen über sich herab. (grammatikalisch unvollständig)

Diese Übersetzung ist grammatikalisch unvollständig, also nicht in Ordnung und erfordert ein zusätzliches Wort. Dieses zusätzlich erforderliche Wort lautet in der Mehrzahl „eines“ oder „einen“ und in der Einzahl „etwas“. _ ↑↑

Nur in der Einzahl kann das Wort „etwas“ sinnvoll ergänzt werden. In der Mehrzahl passt es nicht, wenn das Wort „etwas“ ergänzt wird. In der Mehrzahl muss das Wort „eines“ oder „einen“ ergänzt werden. Umgekehrt gilt dies genauso:

Nur in der Mehrzahl kann das Wort „eines“ oder „einen“ sinnvoll ergänzt werden. In der Einzahl passt es nicht, wenn das Wort „eines“ oder „einen“ ergänzt wird. In der Einzahl muss das Wort „etwas“ ergänzt werden.

 

Zunächst die Mehrzahl, ergänzt mit eines:

Basis: sie sollen von ihren (weiten) Gewändern ziehen über sich herab. (grammatikalisch unvollständig)

sie sollen eines von ihren (weiten) Gewändern ziehen über sich herab. Oder:

sie sollen von ihren (weites) Gewändern eines über sich herabziehen.

 

Jetzt die Einzahl, ergänzt mit etwas:

Basis: sie sollen von ihrem (weiten) Gewand ziehen über sich herab. (grammatikalisch unvollständig)

sie sollen sich etwas von ihrem (weiten) Gewand ziehen über sich herab. Oder:

sie sollen sich von ihrem (weiten) Gewand etwas über sich herabziehen. _ ↑↑

 

Alternative_ SUB-I ↑

Alternativ-Beispiel zur Verdeutlichung: Der Satz „Männer wollen ziehen über sich von ihren Unterhemden“ bedeutet genau dasselbe wie der Satz „Männer wollen ziehen über sich eines ihrer Unterhemden“. „Eines“ wurde vielleicht deshalb nicht verwendet, weil das Alt-Arabisch die „Eines“-Form noch nicht kannte.

 

Ohne die Aussage oder Bedeutung des original arabischen Koran-Vers-Abschnittes zu verändern, kann das Wort „von“ ersetzt werden durch das Wort „eines“. Es wird erneut vom Basis-Satz ausgegangen:

sie sollen ziehen über sich herab VON ihren (weiten) Gewändern (oder Überwürfen).

 

Nun wird das Wort „von“ ersetzt durch das Wort „eines“ oder „einen“:

sie sollen ziehen über sich herab eines ihrer (weiten) Gewänder (oder einen ihrer Überwürfe).

 

Wird in der Übersetzung die Reihenfolge verändert, also insbesondere die Wort-Folge „ziehen über sich herab“ ans Ende gesetzt und umgewandelt in „über sich herabziehen“, so steht da:

sie sollen eines ihrer (weiten) Gewänder (oder einen ihrer Überwürfe) über sich herabziehen.

Diese Übersetzung ist ebenfalls grammatikalisch in Ordnung und erfordert das zusätzliche Wort „etwas“ nicht. _ ↑↑

 

In einigen Übersetzungen oder Erläuterungen wird „über ihren Kopf“ ergänzt oder erwähnt und es wird anstatt „herabziehen“ das Wort „herunterziehen“ verwendet. Damit sieht der Satz wie folgt aus:

sie sollen eines ihrer (weiten) Gewänder (über ihren Kopf) herunterziehen.

Dies bedeutet, dass das rundum geschlossene und nur mit einer kleinen Kopf-Öffnung versehene Gewand über den Kopf einzufädeln und anschließend über den Körper herunterzuziehen ist. Nach Beendigung des Ankleide-Vorganges ist der Kopf jedoch frei und unbedeckt, jedenfalls nach westlicher Denkart.

 

Der kurze Abschnitt im Vers 59 beschreibt weniger Art und Umfang der Verhüllung, sondern mehr die Art des sich Ankleidens. Ein Gewand überziehen macht es normalerweise erforderlich, ein Gewand über den Kopf herunterziehen. _ ↑↑

 

Grundsätzlich gibt es zwei Auswahl-Varianten: Bei der ersten Auswahl-Variante sollen die Frauen eines ihrer Gewänder verwenden. In diesem Fall ist der Plural zwingend erforderlich. Bei der zweiten Auswahl-Variante sollen die Frauen einen Teil ihres Gewandes verwenden. In diesem Fall ist der Singular zwingend erforderlich. Da im Koran der Plural verwendet wird, der auch in der Übersetzung erhalten bleiben muss, kann nur die erste Auswahl-Variante zutreffend sein (eines ihrer Gewänder).

 

Offenbar waren, und sind bis in die Gegenwart, viele Leser und Übersetzer des wichtigsten Abschnittes im Vers 59 wegen der Mehrzahl-Verwendung (Gewänder oder Überwürfe) irritiert. Viele Leser und Übersetzer dieses Vers-Abschnittes verstanden offenbar nicht so recht, warum die Mehrzahl verwendet wurde. Einige Übersetzer ignorierten deshalb die Mehrzahl und verwendeten die Einzahl. Die Einzahl wurde insbesondere dann gewählt, wenn es darum ging, diesen kurzen Abschnitt im Vers 59 so hinzutrimmen, dass sich daraus eine Kopftuch-Pflicht oder gar Voll-Verschleierungs-Pflicht ableiten lässt. _ ↑↑

 

Die Mehrzahl ist jedoch nicht Teil des Übersetzungs-Problems, sondern Teil der Übersetzungs-Lösung.

Die Übersetzung dieses kurzen Vers-Abschnittes kann nur dann prinzipiell richtig sein, wenn die Mehrzahl erhalten bleibt.

Wenn von einer Person verlangt wird, dass sie sich ein Kleidungs-Stück überziehen soll, so ist damit immer nur der Körper gemeint. Wenn der Kopf gemeint ist, so wird verlangt, dass sich die Person eine Kopf-Bedeckung aufziehen soll. Beim Körper lautet es "überziehen" und beim Kopf lautet es "aufsetzen" oder "aufziehen".

 

Würde im Koran der Satz stehen „Männer sollen ziehen über sich (herunter) von ihren Unterhemden“, käme kein Mensch auf die Idee, daraus den Satz zu machen „Männer sollen etwas von ihrem Unterhemd über sich herunterziehen“. Genau das wurde jedoch aus dem Ursprungs-Satz, sie sollen ziehen über sich von ihren Überwürfen, gemacht, wobei herauskam, sie sollen etwas (oder einen Teil) von ihrem Überwurf über sich herunterziehen, um eine freiheitsunterdrückende Verhüllung mit dem Koran begründen zu können. _ ↑↑

 

Islam-Fatwa-Auslegung (Teil 2) _ SUB-I ↑

Zerschneide-Geschichte

Zitat von der Islam-Fatwa-Webseite: >> Dieser Vers macht deutlich, dass der Frau befohlen wird, ihren Khimaar (Kopftuch) über ihren Kopf, herunter zum Busen zu ziehen. Folglich wird von ihr verlangt, den Bereich zwischen Kopf und Busen zu bedecken, welcher Gesicht und Hals miteinschließt. Dies wird deutlich im Hadith von Bukhari, wo 'Aa'ischa sagte:

„Möge Allah den frühen (vor 622 von Mekka nach Medina) ausgewanderten Frauen (Frauen der Ansar) gnädig sein. Als die Aayah (der Vers)sie sollen etwas von ihrem Überwurf über sich herunterziehenoffenbart wurde, schnitten sie ihre Unterröcke auseinander, um damit ihre Gesichter zu bedecken.“ << _ ↑↑

 

Eigene Anmerkungen_ SUB-I ↑

Die Frauen befolgten also NICHT die Auslegung von Vers 59 (in Sure 33), etwas vom Überwurf über sich herunter zu ziehen. Sie haben also nichts von ihrem Überwurf über sich heruntergezogen, sondern Unterröcke auseinandergeschnitten, weil das, was (angeblich) im Vers 59 steht, unpraktikabel ist, wie nachfolgend erläutert wird: Wenn eine Frau sich einen Überwurf angezogen hat und anschließend einen herunterhängenden Zipfel des Überwurfes mit der Hand nimmt, um diesen hoch und über den Kopf zu ziehen, wäre ein Teil ihres Körpers unbedeckt und der über den Kopf gezogene Zipfel des Überwurfes würde wegen der Schwerkraft schnell wieder vom Kopf herunterrutschen. Wäre die von Traditionalisten favorisierte Auslegung von Vers 59 richtig, hätte der Prophet (oder angeblich sogar Allah) etwas gefordert, was sich in der Praxis als unbrauchbar herausstellt. Eine solche Forderung ist unvorstellbar, weil der Prophet zweifelsfrei ein sehr intelligenter Mann war.

 

Im Vers 59 steht NICHT, dass vom Überwurf etwas abgeschnitten oder der Überwurf auseinandergeschnitten werden soll, um Haare / Kopf damit einzuwickeln. Hätte der Prophet gewollt, dass Frauen einen Hidschab / eine Nikab tragen, hätte er dies deutlich zum Ausdruck gebracht, indem er zum Beispiel geschrieben hätte, sie sollen sich ein Tuch über ihre Haare / über ihren Kopf ziehen. _ ↑↑

 

Im Übrigen ist nicht mehr überprüfbar, ob es den frühen ausgewanderten Frauen tatsächlich genauso gesagt wurde, wie oben blau geschrieben. Aber falls doch, wäre der Vers 59 den Frauen damals schon verfälscht gesagt worden oder er wurde von der kleinen Gruppe Frauen falsch verstanden. Grundsätzlich gilt auch für diese Gesichts-Bedeckungs-Geschichte, was für ALLE alten Geschichten gilt: Der Wahrheits-Gehalt ist heute nicht mehr überprüfbar. Es wird also für immer im Dunkeln bleiben, was an dieser Geschichte Wahrheit und was Dichtung ist, von den Übersetzungs-Problemen aus dem Alt-Arabisch einmal abgesehen.

 

Tatsächlich ist die Ansar-Geschichte viel kürzer und lautet wie folgt:

<< Ein Bericht von Umm Salama (einer Frau des Propheten): "Als der Vers ‚Sie sollen ihre Übergewänder reichlich über sich ziehen' offenbart wurde, schienen die Frauen der Ansar Krähen auf ihren Köpfen zu tragen, durch das Tragen der Jalabib (Plural von Jilbab)." (Sunna Abu Dawud 32/409) >>

In der Original-Überlieferung steht also nichts davon, dass Kleider oder Unterröcke auseinandergeschnitten wurden, um damit Gesichter zu bedecken. Die Frauen der Ansar stellten kaum mehr als 1% der Bevölkerung von Medina dar.

 

Beliebte Falsch-Interpretation von Sure 33, Vers 59:

Es wird gerne so dargestellt, als hätten die Frauen als Betroffene gleich richtig erkannt, wie die mehrdeutige Bekleidungs-Vorschrift „zu ziehen über sich von ihren weiten Gewändern“ zu verstehen ist, indem eine kleine Frauen-Gruppe (angeblich) einen Teil ihrer Kleidung zerkleinerte und mit „Freude“ die Kleidungs-Fetzen über Kopf und Gesicht hängte. Die Argumentation lautet also: Wenn sogar die betroffenen Frauen den Vers als Gesichts-Verhüllungs-Vorschrift erkannten, dann muss es sich um eine solche Vorschrift handeln. Vielleicht wird sogar gesagt, dass die damaligen Frauen sehnsüchtig auf eine Voll-Verschleierungs-Vorschrift des Propheten warteten. _ ↑↑

 

Mit ein Grund dafür, dass die kleine Frauen-Gruppe den Vers 59 falsch auslegte, dürfte die Tatsache gewesen sein, dass sie als Zugehörige der Oberschicht bereits Gewänder trugen. Die Frauen dachten wahrscheinlich, was will der Prophet eigentlich noch, wir tragen doch bereits Gewänder und legten den mehrdeutigen Vers 59 dann falsch aus. Damals trugen jedoch nur die Frauen der Oberschicht meistens Gewänder, nicht jedoch die einfachen Frauen und erst recht nicht die Sklavinnen. Der Vers 59 sollte und soll jedoch für alle gläubigen Frauen gelten.

 

Richtige Interpretation von Sure 33, Vers 59 (als Auslöser für Sure 24, Vers 31):

Einige Frauen des Propheten zerrissen oder zerschnitten ihre Kleidung nicht, weil sie von diesem (mehrdeutigen) Vers 59 so begeistert waren, sondern weil sie sich darüber lustig machten. Die Frauen wollten dem Propheten vorführen, was er für einen Unsinn verkündet hat. Der Prophet merkte, dass die Bekleidungs-Vorschrift in Vers 59 missverständlich war. Er konnte den Vers 59 wegen der unterstellten göttlichen Unfehlbarkeit jedoch weder ändern noch zurückziehen. Stattdessen verkündete er nur wenige Wochen oder Monate später im Rahmen von Sure 24 den eindeutigeren Vers 31. Die Reaktion der Frauen des Propheten auf Vers 59 war also letztendlich der Auslöser für die Verkündung von Sure 24, Vers 31. _ ↑↑

 

Zu Lebzeiten des Propheten und auch noch viele Jahre nach seinem Tod kam es zu keiner Ausbreitung der Voll-Verschleierung. Dies für sich alleine betrachtet ist bereits ein untrügliches Zeichen dafür, dass der Prophet von Frauen nicht verlangte, sich vollständig zu verschleiern. Gleiches gilt sinngemäß auch für Hidschabs.

 

2 x unbedeckt _ SUB-I ↑

Dies ist das Original (Quelle: Kleider-Ordnung→→):

akhr ad-Din ar-Razi (gest. 606 nach der Hijra): "In der Zeit der Jahiliyya (vorislamische Zeit) sind die freien und versklavten Frauen unbedeckt in die Öffentlichkeit gegangen, und dadurch wurden sie mit der Absicht, Unzucht zu begehen, verfolgt, weshalb Vorwürfe gegen sie erhoben wurden. Und aus diesem Grund hat Allah den freien Frauen den Jilbab als Pflicht auferlegt." _ ↑↑

 

Und dies ist, was daraus gemacht wurde:

(Nachfolgendes Zitat wurde der Webseite von Islam Fatwa entnommen.)

Abu Hayyan sagte in seinem Tafsir (/glossar/129-tafsir): „Beide, freie Frauen und Sklavinnen der vorislamischen Zeit gingen in die Öffentlichkeit, ohne ihr Gesicht zu bedecken. Sklavinnen wurden oft von Angreifern in Palmenhainen vergewaltigt, wenn sie nachts rausgingen, um ihren Bedürfnissen nach zu gehen. Das gleiche geschah mit freien Frauen und die Vergewaltiger würden sich damit verteidigen, dass sie dachten, sie hätten nur eine Sklavin geschändet.“

„Aus diesem Grund wurde freien Frauen befohlen, Kleidung zu tragen, welche nicht traditionell von Sklavinnen getragen wurde, sowie auch ihre Köpfe und Gesichter zu bedecken, so dass kein Mann jemals daran denken würde, sie zu belästigen.“ (Tafsir Al-Bahr Al-Muhit, Band 7, Seite 250) _ ↑↑

 

Eigener Kommentar: Da fehlen einem die Worte bzw. da bleibt einem glatt die Spucke weg. Das Original von akhr ad-Din ar-Razi wird an der folgenden Stelle ausführlich kommentiert: Eigene Kommentare zu Hinweis 1 (0,5 MB).

 

Vers 59 der Sure 33 _ SUB-I ↑

Nachfolgend ein Zitat aus der Webseite von Islam Fatwa:

Allah (Der Erhabene) sagt: „O Prophet! Sag deinen Frauen und Töchtern und den gläubigen Frauen, sie sollen ihre Übergewänder reichlich über sich (d.h. ihren Körper, Gesicht, Hals und Busen) ziehen (sich vollkommen bedecken, außer den Augen oder ein Auge, um den Weg zu sehen). Das ist eher geeignet, dass sie erkannt werden (als freie respektable Frauen) und so vermeiden, belästigt zu werden. Und Allah ist der Vergebende, Gnadenvolle.

 

Eigene Kommentare dazu

Übergewänder: „Über“ muss falsch sein, auch wenn es so (falsch) in Wörterbüchern steht. Der arabische Begriff im Koran bedeutet einfach nur Gewand, weil die ersten Gewänder zu Lebzeiten des Propheten direkt auf der Haut getragen wurden. _ ↑↑

 

reichlich: Dies ist ein dehnbarer Begriff. Manche verstehen darunter die Voll-Verschleierung, andere die komplette Körper-Bedeckung einschließlich der Kopf-Haare, aber mit unbedecktem Gesicht plus freien Händen und wieder andere halten die Forderung „reichlich“ bereits für erfüllt, wenn ein Gewand knielang ist, halblange Ärmel hat, einen kleinen Hals-Ausschnitt und natürlich den Kopf unbedeckt lässt. Da es dem Propheten letztendlich nur um die sichere Bedeckung der freien Busen ging, sollte ein Gewand gemäß Koran immer dann reichlich sein, wenn es die direkte Sicht auf die Busen unterbindet. Der eigentliche Clou aber ist, dass das Wort „reichlich“ überhaupt nicht im Vers 59 steht.

 

Die Bekleidungs-Forderung von Vers 59 lautet also OHNE Zusätze:

… sie sollen ihre Gewänder über sich ziehen.

Die wortwörtliche Übersetzung lautet:

…, dass sie ziehen über sich von ihren Gewändern.

 

15 Zitat 12: Freie Auslegung von Sure 33, Vers 59 in einem Film mit Seynep: _ OBEN ↑↑

Oh Prophet, sag deinen gläubigen Frauen und den Kindern, dass sie sich verhüllen sollen….

 

Übersetzungs-Vergleich für_

 

Anmerkungen: Verhüllen ist ein dehnbarer Begriff. Ein Bikini ist auch eine Verhüllung … der primären Geschlechts-Merkmale. Dass Frauen vor der Ehe keusch und in der Ehe treu sein sollen, ist kein typisch muslimisches Männer-Wunsch-Bild für Frauen und hat auch nichts mit Religion zu tun. Die Quelle für Zitat 12 ist identisch mit der für Zitat 6↑.

 

16 Arabisch-Englisch-Deutsch

 

Zitat 13: SAHIH INTERNATIONAL→→ _ OBEN ↑↑

Wird auf der Webseite von quran.com über die arabischen Text-Teile gegangen, so wird der jeweilige Text-Teil in arabisch gesprochen und es wird der zugehörige englische Texte-Teil eingeblendet. Die einzelnen Text-Teile werden nachfolgend durch | getrennt. Zunächst der rechtsbündig angeordnete arabische Text, weil er von rechts nach links gelesen wird:

 

يَٓأَيُّهَا | ٱلنَّبِىُّ | قُل | لِأَزْوَجِكَ | وَبَنَاتِكَ | وَنِسَآءِ | ٱلْمُؤْمِنِينَ (1) يُدْنِينَ | عَلَيْهِنَّ | مِن | جَلَبِيبِهِنَّۚ (2) ذَلِكَ | أَدْنَىٰٓ | أَن | يُعْرَفْنَ | فَلَا | يُؤْذَيْنَۗ | وَكَانَ | ٱللَّهُ | غَفُورًۭا | رَّحِيمًۭا

 

Es wäre interessant zu wissen, ob die Arabisch-Englisch-Übersetzung durch einen Menschen oder Computer erfolgte. Dies ist nun die wortwörtliche Arabisch-Englisch-Übersetzung:

 

O Prophet | say | to your wives | and your daughters | and (the) woman | of (the) believers, to draw | over themselves | (of) | their outer garments, that | (is) more suitable | that | they should be known | and not | harmed | and is | Allah | oft-forgiving | most merciful.

 

Dies ist meine gekürzte wortwörtliche Übersetzung aus obiger englischer wortwörtlicher Übersetzung:

 

O Prophet | sage | zu Deinen Ehe-Frauen | und Deinen Töchtern | und (den) Frauen | von (den) Gläubigen, zu ziehen | über sich | (von) | ihren äußeren Gewändern, das | (ist) mehr angemessen, | dass | sie sollten bekannt sein | und nicht | geschädigt | und … _ ↑↑

 

Übersetzungs-Vergleich für_ _

 

Das Problem: Die Bekleidungs-Aufforderung wirkt an den beiden Stellen (???) unvollständig:

 (???) zu ziehen über sich (???) von ihren Gewändern“

 

Der Bekleidungs-Aufforderung wird deshalb am Anfang und in der Mitte immer irgendwie ergänzt:

(es sind) zu ziehen über sich (eines/etwas) von ihren (weiten) Gewändern“

 

Oder alternativ:

(sie haben) zu ziehen über sich von (dem Bestand an) ihren Gewändern“

 

Oder wie manchmal verwendet:

(, dass sie) ziehen über sich vom (Bestand) ihrer Gewänder“

 

Oder wie oft verwendet:

(sie sollen) ziehen über sich (eines/etwas) von ihren (weiten) Gewändern“

 

Google-Übersetzung vom englischen ins deutsche: _ ↑↑

to draw over themselves of their outer garments.

sich von ihren Oberbekleidungen überziehen.

 

Diese Übersetzung kann noch wie folgt erweitert und verändert werden:

(sie sollen) sich (eines) von ihren (weiten) Gewändern überziehen.

Ohne den Sinn zu verfälschen kann auch geschrieben werden:

sie sollen ziehen über sich eines ihrer (weiten) Gewänder.

 

Siehe auch Datei 5 GRAFIKEN (0,7 MB) mit arabischen Worten für den zentralen Vers-Abschnitt mit der Bedeckungs-Forderung. In derselben Datei steht am Ende auch die Wort-für-Wort-Übersetzung „Arabisch |0| Englisch |0| Deutsch“ für den gesamten Vers 59, bestehend aus 20 Einzel-Positionen.

 

Der Vollständigkeit halber hier noch das, was SAHIH INTERNATIONAL aus der wortwörtlichen Übersetzung machte:

O Prophet, tell your wives and your daughters and the women of the believers to bring down over themselves [part] of their outer garments. That is more suitable that they will be known and not be abused. And ever is Allah Forgiving and Merciful. _ ↑↑

 

Google-Übersetzung vom englischen ins deutsche:

O Prophet, sag deinen Frauen und deinen Töchtern und den Frauen der Gläubigen, dass sie [einen Teil] ihrer äußeren Gewänder über sich bringen. Das ist besser geeignet, dass sie bekannt werden und nicht missbraucht werden. Und Allah ist allvergebend und barmherzig.

 

Folgendes lässt erkennen, dass in Vers 59 eine Kopftuch- oder sogar Voll-Verschleierungs-Pflicht hinein konstruiert werden soll:

 

▪ Aus „ziehen“ (DRAW) wurde „herunter bringen“ gemacht (BRING DOWN).

▪ Es wurde [Teil] [PART] eingefügt aber immerhin als Einfügung markiert.

 

Als Plus-Punkt ist anzumerken, dass die Mehrzahl (Gewänder, GARMENTS) beibehalten wurde. _ ↑↑

 

outer garments / äußere Gewänder: outer / äußere wurde entweder blass gemacht, weggelassen oder durch „weite“ ersetzt, weil es nicht die sinnvollste Übersetzung ist. Begründung: Wegen des Klimas und der Kosten ist es wahrscheinlich, dass die wenigen Frauen, die bereits ein Gewand in der Öffentlichkeit anzogen, dieses direkt auf der Haut trugen. Es gab also kein Unter-Gewand und es muss deshalb auch nicht zwischen innerem und äußerem Gewand unterschieden werden. Die wahrscheinlich bessere Übersetzung sollte sein: (einfach nur) Gewänder im Sinne von Festtags-Gewänder.

 

Mit den kleinen Wörtchen „von“ sollte ausgedrückt werden, dass auf etwas Vorhandenes (und bislang meistens Ungenutztes) zurückgegriffen werden sollte: Nehmt von eueren Gewändern und zieht sie euch über. Oder ausführlicher: Nehmt von eueren (bislang normalerweise zu Hause liegenden) Gewändern und zieht sie euch (von nun an immer) über (, bevor ihr das Haus verlasst). Doch leider lässt sich das Wörtchen „von“ auch anders verwenden.

 

17 Arabisch-Deutsch mit Google-Übersetzer

 

Zitat 14: KORAN IM UNICODE→→ _ OBEN ↑↑

Der gesamte Text von Vers 59 sieht in UNICODE wie folgt aus:

يَٓأَيُّهَا ٱلنَّبِىُّ قُل لِأَزْوَجِكَ وَبَنَاتِكَ وَنِسَآءِ ٱلْمُؤْمِنِينَ يُدْنِينَ عَلَيْهِنَّ مِن جَلَبِيبِهِنَّۚ ذَلِكَ أَدْنَىٰٓ أَن يُعْرَفْنَ فَلَا يُؤْذَيْنَۗ وَكَانَ ٱللَّهُ غَفُورًۭا رَّحِيمًۭا

 

Wird dieser Text in den Google-Übersetzer eingegeben, so ergibt dies folgendes:

Sag zu deinem Mann und deinen Töchtern und Frauen zu den Gläubigen, dass sie von ihren Gefangenen gerichtet werden, so dass sie wissen, dass sie nicht schaden, und Allah ist allvergebend, barmherzig. (Sindhi erkannt, obwohl Arabisch voreingestellt wurde).

 

Übersetzungs-Vergleich für_ _

 

Es kommt also nur teilweise etwas halbwegs Brauchbares heraus. Insbesondere der wichtigste Vers-Abschnitt mit der Ankleide-Vorschrift wird völlig blödsinnig übersetzt.

 

Versuch, nur den wichtigsten Teil übersetzen zu lassen:

يُدْنِينَ عَلَيْهِنَّ مِن جَلَبِيبِهِنَّۚ wird übersetzt mit: Sie werden von ihren Entführern verurteilt (Sindhi erkannt, obwohl Arabisch voreingestellt wurde). Die Sprache Sindhi gibt es in Indien und Pakistan. _ ↑↑

 

Übersetzung einzelner Teile:

يُدْ wird übersetzt mit: Hand (Sindhi erkannt).

نِينَ wird übersetzt mit: Nin (Sindhi erkannt).

يُدْنِينَ wird übersetzt mit: Sie stinken (Sindhi erkannt).

عَلَيْهِنَّ wird übersetzt mit: Auf ihnen (Sindhi erkannt). Dies hat wenigstens eine entfernte Ähnlichkeit mit „über sich“, denn „auf“ bedeutet oft „von oben kommend“. Beispiel: Einen Topf auf einen Herd setzen, bedeutet, dass der Topf von oben zum Herd kommt. Das Gewand kommt auch von oben zu ihnen (den Frauen).

مِن wird richtig übersetzt mit: von (Sindhi erkannt).

جَلَبِيبِهِنَّۚ wird übersetzt mit: Gliben (Sindhi erkannt).

 

Anscheinend übersetzt Google nur UNICODE mit dem vereinfachten Arabisch. Es gibt noch einen detaillierten zweiten arabischen Zeichen-Satz innerhalb von UNICODE, den Google bislang offenbar noch nicht oder nur teilweise richtig übersetzt.

 

18 Übersetzungs-Vergleich für … _ OBEN ↑↑

 

… Vers-Abschnitt_ _

 

Zunächst werden die verschiedenen Übersetzungen (= Übersetzungs-Varianten) des wichtigsten Abschnittes innerhalb von Vers 59 kompakt hintereinander aufgeführt. Die blauen Fragezeichen (?) sind kein Bestandteil der zitierten Auszüge, sondern sie stehen nur in der nachfolgenden Zusammenstellung der Zitat-Auszüge 1-11. Die blauen Fragezeichen (?) stehen hinter Worten, die vom jeweiligen Übersetzer einfach nur so und ohne Begründung eingefügt wurden. Die eingefügten Worte sind mehrheitlich mangels Markierung nicht als Einfügung erkennbar. (Sing.) = unzulässiger Singular, (Pl.) = vorgeschriebener Plural.

Für die nachfolgende Analyse von Vers-Abschnitt 1 wurden alle bislang gefundenen Übersetzungs-Varianten berücksichtigt.

Vers-Abschnitt 1:

 

Aus Zitat 1 „, dass sie ihr Übergewand (über ihr Antlitz?) ziehen sollen, wenn sie ausgehen.“ (Sing.)

 

Aus Zitat 2sie sollen etwas (?) von ihrem Überwurf über sich herunterziehen.“ (Sing.)

 

Aus Zitat 3 „sie sollen ihre Übergewänder reichlich (?) über sich ziehen.“ (Pl.)

 

Aus Zitat 4 „sie sollen ihre Tücher tief (?) über sich ziehen.“ (Pl.) _ ↑↑

 

Aus Zitat 5 „sie sollen sich bedecken (sich zu bedecken).“

 

Aus Zitat 6 „sie sollen (wenn sie austreten) sich etwas (?) von ihrem Gewand (über den Kopf?) herunterziehen.“ (Sing.)

 

Aus Zitat 7 „sie sollen sich etwas (?) von ihrem Gewand herunterziehen.“ (Sing.)

 

Aus Zitat 8sie sollen etwas (?) von ihrem Überwurf über sich herunterziehen.“ (Sing.)

 

Aus Zitat 9 „, dass sie etwas (?) von ihrem Übergewand über sich ziehen sollen.“ (Sing.)

 

Aus Zitat 10 „sie sollen einen Teil (?) ihres Überwurfs über sich herunterziehen.“ (Sing.)

 

Aus Zitat 11sie sollen etwas (?) von ihrem Khumur (= Pl. von Khimar; hier übersetzt mit: Überwurf) über sich herunterziehen.“ (Sing., Khumur ist zwar der Plural, dieser wird jedoch grammatikalisch wie der Singular verwendet)

 

Aus Zitat 12 „sie sollen sich verhüllen.

 

Aus Zitat 13zu ziehen über sich von ihren äußeren Gewändern. (Pl.)

 

Aus Zitat 14 [Der Google-Übersetzer liefert keine brauchbare Übersetzung.]

----------------------------------------------------------------------

Wort-Wahl „… (, dass sie) über sich ziehen von ihrem BESTAND AN Gewändern (ğalābīb) …“ _ ↑↑

 

BEGRÜNDUNG für die Wort-Wahl aus Zitat 1 bis 13: Da die wortwörtliche Übersetzung (aus dem Englischen) gemäß Zitat 13 recht plausibel und verständlich klingt, wurde sie unter Vorschaltung von (, dass sie) und unter Hinzufügung der Worte BESTAND AN übernommen. Grund für die Hinzufügung: Die verheirateten Frauen hatten einen Bestand = Vorrat an Gewändern, von dem sie jedoch im Alltag keinen Gebrauch machten, sondern sie trugen ein Gewand nur zu besonderen Anlässen. Der Prophet wollte nun mit dem Vers 59 erreichen, dass von dem Vorrat an Gewändern immer dann eines übergezogen wird, wenn die Frau das Haus verließ. Ebenfalls brauchbare Alternative:

„... (sie haben) zu ziehen über sich EINES von ihren Gewändern.“

 

ğalābīb: Das Ungefähr-Zeichen wurde vor ğalābīb gesetzt, weil es nur so etwas Ähnliches gewesen sein kann, wie der heutige GILBAB / JILBAB, der vor dem Verlassen des Hauses über die Haus-Kleidung gezogen wird. Begründung: In der damaligen Übergangs-Phase von busenfrei zu busenbedeckt wurde das Gewand für draußen ganz bestimmt zunächst einmal direkt auf der Haut getragen. _ ↑↑

Sub-Begründung: Es ist nur schwer vorstellbar, dass die Frauen von busenfrei oder sogar nackt unmittelbar zur Doppel-Bekleidung (Haus-Kleidung + Über-Gewand) wechselten. Die Wort-Wahl könnte auch lauten: … (, dass sie) über sich ziehen von (dem Bestand an) ihren Gewändern (≈ ğalābīb) …

 

Einfügungen hinter denen ein blaues (?) steht (über ihr Antlitz, über den Kopf, etwas, einen Teil, reichlich, tief und herunter), wurden für die „Optimierte Übersetzung“ nicht übernommen, weil keine dieser Einfügungen im Koran steht.

 

Es gibt zwei Lager. Lager 1 bevorzugt das eingefügte Wort „etwas“ und Lager 2 kommt auch ohne dieses Wort aus. Zum Lager 1 gehören die 7 Zitate 2 und 6-11 und zum Lager 2 gehören die 6 Zitate 1, 3-5, 12 und 13. Lager 1 (7x) ist also etwas größer wie Lager 2 (6x).

 

Dennoch wurde die Mehrheit für die „Optimierte Übersetzung“ nicht übernommen, weil Lager 1 mit der Einzahl (Gewand) arbeitet, was unzulässig ist, anstatt die Mehrzahl (Gewänder) aus dem Quell-Text zu übernehmen. Wird die Mehrzahl beibehalten, klingt das eingefügte Wort „etwas“ deplatziert, während das eingefügte Wort (eines) als zuvor fehlend erkannt wird. _ ↑↑

 

VERWENDUNGEN der Wort-Wahl: Webseite Optimierte Übersetzung (0,2 MB), Vers-Abschnitt . Zweite Verwendung: Start-Seite (0,3 MB)

 

Bei den Zitat-Auszügen 2 und 6 bis 11 handelt es sich um getunte Übersetzungs-Varianten. Durch geschickte Formulierungs-Wahl wird versucht in Richtung einer Voll-Verschleierungs-Pflicht zu gelangen.

 

Unter der Einhaltung der Regel, dass Worte im Plural des zu übersetzenden Textes, auch im Plural des übersetzten Textes zu bleiben haben, müssten, bis auf die Zitate 3, 4 und 13, fast alle restlichen Zitate wie folgt geändert werden:

Aus Zitat 1 „, dass sie ihre Übergewänder (über ihr Antlitz?) ziehen sollen, wenn sie ausgehen.“

Aus Zitat 2sie sollen einen von ihren Überwürfen über sich herunterziehen.

Aus Zitat 6sie sollen (wenn sie austreten) eines von ihren Gewändern (über den Kopf?) herunterziehen.“

Aus Zitat 7sie sollen sich eines von ihren Gewändern herunterziehen.“

Aus Zitat 8sie sollen von ihren Überwürfen einen über sich herunterziehen.

Aus Zitat 9 „, dass sie eines von ihren Übergewändern über sich ziehen sollen.“

Aus Zitat 10 „sie sollen einen Teil ihrer Überwürfe über sich herunterziehen.“

Aus Zitat 11sie sollen einen von ihren KHUMUR über sich herunterziehen. _ ↑↑

 

Normalerweise stellt es kein Problem dar, wenn bei der Übersetzung von der Mehrzahl (vom Plural) in die Einzahl (in den Singular) gewechselt wird, weil dadurch normalerweise keine Sinn-Entstellung erfolgt. In diesem Fall hilft es der Verfälschung jedoch erheblich, wenn aus der Mehrzahl (Gewänder) die Einzahl (Gewand) gemacht wird.

 

Vergleich des anschließenden Vers-Abschnittes:

Für die nachfolgende Analyse von Vers-Abschnitt 2 wurden alle bislang gefundenen Übersetzungs-Varianten berücksichtigt.

Vers-Abschnitt 2: _ Abschnitte ↑

 

Aus Zitat 1 „; so ist es schicklich, damit man sie als ehrbare Frauen erkenne und sie nicht belästige.

 

Aus Zitat 2 „Das bewirkt eher, dass sie erkannt werden und dass sie nicht belästigt werden.“

 

Aus Zitat 3 „So ist es am ehesten gewährleistet, dass sie (dann) erkannt und nicht belästigt werden.“

 

Aus Zitat 4 „Das ist besser, damit sie erkannt und nicht belästigt werden.“

 

Aus Zitat 5 „Dadurch werden sie erkannt und vermeiden es, belästigt zu werden.“

 

Aus Zitat 6 „So ist es am ehesten gewährleistet, dass sie (als ehrbare Frauen) erkannt und daraufhin nicht belästigt werden.“ _ ↑↑

 

Aus Zitat 7 „So ist es am ehesten gewährleistet, dass sie erkannt und daraufhin nicht belästigt werden.“

 

Aus Zitat 8 „Das ist eher geeignet, dass sie erkannt und so nicht belästigt werden.“

 

Aus Zitat 9 „So werden sie eher erkannt und (daher) nicht belästigt.“

 

Aus Zitat 10 So werden sie eher erkannt und nicht belästigt.“

 

Aus Zitat 11 [Es wurde für diesen Vers-Abschnitt keine Übersetzung angegeben.]

 

Aus Zitat 12 [Es wurde für diesen Vers-Abschnitt keine Übersetzung angegeben.]

 

Aus Zitat 13 „Das (ist) mehr angemessen, dass sie sollten bekannt sein und nicht geschädigt.

 

Aus Zitat 14damit sie wissen, dass sie nicht schaden.“ _ ↑↑

----------------------------------------------------------------------

Wort-Wahl „… so ist am ehesten gewährleistet, dass sie (als gläubige Frauen) erkannt und daraufhin nicht belästigt werden …“

 

BEGRÜNDUNG für die Wort-Wahl aus Zitat 1 bis 14: In diesem Fall sind die meisten Übersetzungen so gut, dass sie direkt für die optimierte Übersetzung übernehmbar sind. In diesem Fall wurde Zitat 6 und 7 übernommen, Zitat 6 jedoch ohne den Klammer-Zusatz.

(als gläubige Frauen): Im arabischen Koran-Text steht irgendetwas in der Art: „… werden sie erkannt …“. Es steht jedoch nicht dabei, als was die Frauen erkannt werden sollen. Weil zu Beginn von Vers 59 die gläubigen Frauen angesprochen werden, ist es naheliegend, dass die Frauen durch das Gewand (und somit durch die Busen-Bedeckung) als Gläubige erkannt werden sollen. Deshalb wird der teilweise verwendete Zusatz „als ehrbare Frauen“ nicht übernommen, sondern (als gläubige Frauen) eingefügt. _ ↑↑

 

Grundsätzlich sind vier Zusätze denkbar: als anständige, als ehrbare, als gläubige, als freie Frauen. Der Zusatz „als freie Frauen“ ist durchaus gerechtfertigt, weil die Bekleidungs-Aufforderung sehr wahrscheinlich nicht für Sklavinnen galt. Mit Hilfe des geforderten Gewandes für die freien Frauen, sollten diese von nun an deutlicher von den Sklavinnen unterscheidbar sein. Hierbei ist zu bedenken, dass die weiterhin nahezu nackten Sklavinnen als Sache galten und wahrscheinlich nahezu beliebig vergewaltigt werden durften. Jedenfalls wurden freie Männer, die eine Sklavin vergewaltigten, nicht wirklich bestraft, sondern höchsten freundlich ermahnt, so etwas nicht wieder zu tun.

 

VERWENDUNG der Wort-Wahl: Datei Optimierte Übersetzung (0,2 MB), Vers-Abschnitt

 

19 Absätze 1 bis 18 _ OBEN ↑↑

 

Absatz-Verzeichnis

 

01 Plural oder Singular? ETWAS oder EINES?

 

02 Aus Plural (Gewänder) wird Gewand

 

03 Bekleidung vor Vers 59 / 3' Verhüllung

 

04 Das Wort „etwas“

 

05 Über den Kopf

 

06 Sicht-Schutz der Oberweite

 

07 Über sich herunterziehen

 

07 Über sich ziehen

 

08 Bekleidungs-Unsicherheit

 

09 Etwas vom Überwurf

 

10 Warum so umständlich?

 

11 Willens-Äußerungen

 

12 Reime / Verse

 

13 Damalige Bekleidungen

 

14 Allah-Aussage

 

15 Übersetzungs-Auswahl

 

16 Bekleidungs-Gefälle

 

17 Übersetzer wunderten sich

 

18 Gewand-Ausschnitte

 

Absatz 1: Plural oder Singular? ETWAS oder EINES? _ ↑↑

A) Beibehaltung des Plural (Gewänder, Überwürfe)

Es wird von der Übersetzung ausgegangen, die sich möglichst nahe an das arabische Vorbild anlehnt (Basis-Satz): „Sie sollen ziehen über sich herab von ihren Überwürfen.“

Obwohl dieser Satz grammatikalisch gerade noch so in Ordnung ist, erscheint er doch irgendwie unvollständig und fordert dazu heraus (lässt es notwendig erscheinen, verleitet, verlockt), ihn zu ergänzen. Als Ergänzung stehen die fünf Varianten EINEN TEIL, ETWAS, EINES, MEHRERE oder VIELE zur Auswahl, wenn der Plural (Gewänder, Überwürfe) beibehalten wird.

 

Variante mit ETWAS: „Sie sollen ziehen über sich ETWAS von ihren Überwürfen.“

Mit dieser Ergänzung ist nicht ganz eindeutig primär ein komplettes Kleidungs-Stück, also ein (weites) Gewand von mehreren gemeint. Sekundär kann der mit ETWAS ergänzte Satz aber auch wie folgt verstanden werden: Sie sollen sich nur unvollständig bekleiden oder sie sollen nicht alles von ihren (weiten) Gewändern überziehen oder sie sollen nur einen Teil ihrer (weiten) Gewänder überziehen oder sie sollen nur ein klein wenig von ihren (weiten) Gewändern überziehen oder sie sollen sich nur halbherzig bekleiden oder sie sollen sich nicht vollständig verhüllen oder extrem interpretiert, sie sollen sich spärlich bekleiden. _ ↑↑

 

Variante mit EINES: „Sie sollen ziehen über sich EINEN von ihren Überwürfen.“

Mit dieser Ergänzung ist unmissverständlich ein komplettes Kleidungs-Stück, also ein (weites) Gewand von mehreren gemeint. Dieser Satz klingt schon recht gut. Noch besser klingt der Satz, wenn das Wort „von“ weggelassen wird: „Sie sollen ziehen über sich EINEN ihrer Überwürfe.“

 

Variante mit MEHRERE: „Sie sollen ziehen über sich MEHRERE von ihren Überwürfen.“

Es wären also mehrere Gewänder übereinander anzuziehen. Diese Variante wird vom IS bevorzugt.

 

Eine Umfrage würde ergeben, dass die große Mehrheit der Befragten das Wort „EINES“ bevorzugen würde, wenn die Befragten die Auswahl hätten zwischen EINEN TEIL, ETWAS, EINES, MEHRERE und VIELE.

 

B) Änderung in den Singular (Gewand, Überwurf)

Wird der Basis-Satz unzulässigerweise in den Singular verändert, lautet er wie folgt:

„Sie sollen ziehen über sich von ihrem Überwurf.“

Die Singular-Variante erlaubt nur die Ergänzung des Wortes ETWAS oder EINEN TEIL.

„Sie sollen ziehen über sich ETWAS von ihrem Überwurf.“ Oder:

„Sie sollen ziehen über sich EINEN (zuvor abgetrennten) TEIL von ihrem Überwurf.“

Entscheidender Unterschied zwischen der Beibehaltung des Plural und der Änderung in den Singular: Wird das Wort ETWAS ergänzt, ist beim Plural (Überwürfe) das komplette Kleidungs-Stück gemeint und beim Singular (Überwurf) nur ein Teil des Kleidungs-Stückes. _ ↑↑

 

Absatz 2: Aus Plural (Gewänder) wird Singular (Gewand) gemacht _ Absätze ↑

Bis auf das letzte Zitat 13, erwecken alle Zitate mehr oder weniger deutlich den Eindruck, dass die Übersetzung aus dem Arabischen ins Deutsche der gegenwärtigen Ist-Situation angepasst werden sollte. Die meisten Übersetzungen wurden durch den unzulässigen Wechsel vom Plural des arabischen Koran in den Singular des deutschen Koran so verändert, dass sich in diese eine indirekte Kopftuch- oder sogar Voll-Verschleierungs-Pflicht hineindeuten lässt. Unter Berücksichtigung der wortwörtlichen Übersetzung gemäß Zitat 13 ergibt sich jedoch einfach nur, dass gläubige Frauen, bevor sie das Haus verlassen, eines ihrer (weiten) Gewänder überziehen sollen.

Die Befürworter der unterschiedlichen Verhüll-Forderungen von Kopf und Gesicht haben ein Problem. Sie müssen diese Forderung irgendwie mit der (angeblich) göttlichen Allmacht des Koran begründen. Es gibt nur einen einzigen kurzen Abschnitt in Vers 59 (zu ziehen über sich von ihren weiten Gewändern), der dazu als Begründung geeignet ist, aber nur, nachdem dieser Vers-Abschnitt durch die Manipulations-Mühle gedreht wurde, um sie anschließend in eigenwilliger und weit hergeholter Weise zu interpretieren. _ ↑↑

 

Absatz 3: Bekleidung vor Vers 59 _ Absätze ↑

Hiermit ist die Bekleidungs-Situation gemeint, die in vorislamischer Zeit vorlag bis unmittelbar vor der Verkündung von Vers 59. Leider vergaß der Prophet im Vers 59 anzugeben, welche Bekleidungs-Situation er vorfand, als er diesen Vers verkündete. Es gibt somit nur die Möglichkeit mit Hilfe seiner wortwörtlichen Stummel-Satz-Forderung „… zu ziehen über sich von ihren Gewändern …“ rückwärts die von ihm vorgefundene Bekleidungs-Situation zu rekonstruieren.

 

 

Mit der Stummel-Satz-Forderung alleine gibt es jedoch keine Change, die vorgefundene Bekleidungs-Situation herauszufinden. An dieser Stelle ist die schriftlich festgehaltene Überlieferung eines gewissen Herrn Akhr ad-Din ar-Razi eine wertvolle Hilfe. Dieser Geschichts-Schreiber notierte ungefähr 1220 n.Chr. (auf das Wesentliche vereinfacht): _ ↑↑

 

"In vorislamischer Zeit sind die freien und versklavten Frauen unbedeckt in die Öffentlichkeit gegangen. Aus diesem Grund hat der Prophet den freien Frauen das Gewand als Pflicht auferlegt."

 

Das Wort „unbedeckt“ wird über die Sklaven definiert: Sowohl männliche als auch weibliche Sklaven durften in vorislamischer Zeit ihre Körper nicht bedecken. Sie waren also nackt. Somit bedeutet „unbedeckt“ auch für die freien Frauen eindeutig „nackt“.

 

Der unvollständig erscheinende Satz

„… zu ziehen über sich von ihren Gewändern …“

Wird gerne wie folgt erweitert und umformuliert:

„… Sie sollen ihre Über-Gewänder reichlich über sich ziehen …“

 

An diesem Satz müssen jedoch zwei Reduzierungen vorgenommen werden. Es können keine Über-Gewänder gewesen sein, weil die Frauen zum Zeitpunkt der Vers-Verkündung zwar Gewänder hatten, jedoch keine Über-Gewänder. Das Wort „reichlich“ steht nicht im Vers 59. Aus

„… zu ziehen über sich von ihren Gewändern …“

Wird dann einfach nur

„… Sie sollen ihre Gewänder über sich ziehen …“ _ ↑↑

 

Es werden nun die beiden Informationen direkt untereinandergeschrieben und mit (II) und (II) markiert:

(II) Sie sollen ihre Gewänder über sich ziehen.

(II) In vorislamischer Zeit sind die freien und versklavten Frauen nackt in die Öffentlichkeit gegangen. Aus diesem Grund hat der Prophet den freien Frauen das Gewand als Pflicht auferlegt.

 

(II) und (II) kombiniert ergibt keinen Widerspruch, denn es wird in beiden Sätzen gefordert, dass die freien Frauen Gewänder anziehen sollen. Die Begründung steht jedoch nur in (II) und lautet, weil sie nackt waren.

 

Die Merkwürdigkeit von (II) ist, dass der Prophet von den verheirateten Frauen verlangte, dass sie Gewänder anziehen sollen, die sie besitzen, denn jeder denkt zunächst, dass die verheirateten Frauen nicht nur Gewänder hatten, sondern diese auch stets trugen, wenn sie das Haus verließen. Dies war offenbar jedoch nicht so. Die einzige brauchbare Lösung ist die, dass die Gewänder eine Art Festtags-Gewänder waren, die nur zu besonderen Anlässen getragen wurden. Das ist ungefähr vergleichbar mit Sonntag-Nachmittag-Ausgeh-Anzügen, die die Bauern hatten aber normalerweise nicht trugen. Im Alltag trugen sie Lumpen und die damaligen Frauen einfach nichts. Das Wissen „vorislamische Frauen hatten Gewänder, trugen diese aber nicht im Alltag“ scheint vollkommen verlorengegangen zu sein, weil es damals kein Chronist festhielt. Dies ist die Variante 1 (der Bekleidungs-Situation vor Vers 59). _ ↑↑

 

Variante 2 (der Bekleidungs-Situation vor Vers 59)

Diese Variante 2 wird von Fundamentalisten und Traditionalisten als die einzig richtige angesehen. Es wird hierbei davon ausgegangen, dass alle Frauen zum Zeitpunkt der Vers 59-Verkündung bereits häusliche Gewänder anhatten, die sich auch öffentlich trugen. Es wird weiterhin davon ausgegangen, dass nach dem Willen Allahs / des Propheten die Frauen nun für die Öffentlichkeit zusätzliche Über-Gewänder anziehen sollen und diese ein Stück so nach oben schieben sollen, dass auch die Haare / Köpfe mitbedeckt werden. Dies ist ungefähr vergleichbar mit einem Mantel, den Manche bei Regen soweit über sich hochziehen, dass der Mantel auch den Kopf mitbedeckt, um auch diesen vor dem Regen zu schützen.

 

Diese Denkweise ergibt sich, wenn die normalerweise vorgenommenen Veränderungen am Vers 59 betrachtet werden. Aus

„… zu ziehen über sich von ihren Gewändern …“

wird also entweder

„… Sie sollen ihre Über-Gewänder reichlich über sich ziehen …“

oder _ ↑↑

„… Sie sollen etwas von ihrem Über-Gewand (erst) über sich (und dann wieder) herunterziehen …“

 

In beiden Fällen wird der erheblich veränderte Vers 59 als eine Haar- oder sogar Kopf-Bedeckungs-Pflicht interpretiert. Einwand: Der Prophet beruft sich auf einen Bestand an Gewändern (von IHREN Gewändern). Einen Bestand an Über-Gewändern gab es jedoch nicht. Außerdem: Wer die Bekleidungs-Forderung vom Vers 59 so sehr verändert, unterstellt dem Propheten, dass er nicht in der Lage war, sich klar auszudrücken.

 

Absatz 3': Verhüllungs-Wahn

Bei den Koran-Aussagen zur Bedeckung von Frauen ist zu berücksichtigen, dass es damals noch KEINEN Verhüllungs-WAHN gab. Dieser entwickelte sich erst in den Jahrhunderten NACH der Koran-Erstellung. Nicht nur der Ehe-Mann, sondern auch die Ehe-Frau und deren Kinder waren damals im Haus, auch wegen der Wärme, nur äußerst spärlich bekleidet … wahrscheinlich sogar oftmals mit freiem Oberkörper (auch die Ehe-Frau, wie in manchen afrikanischen Hütten bis heute). Auch hatten die meisten damaligen Frauen keine Probleme damit, ihr Zuhause in ihrer spärlichen Bekleidung zu verlassen, zum Beispiel um einzukaufen, Wasser zu holen oder eine Nachbarin zu besuchen. _ ↑↑

 

Absatz 4: Das Wort „etwas“ _ Absätze ↑

In der Übersetzung gemäß Zitat 10 werden die Worte ein Teil verwendet. In den sechs Übersetzungen gemäß Zitat 2, 6 bis 9 und 11 und wird das Wort etwas verwendet, wobei die Übersetzung gemäß Zitat 2 / 8 / 11 und gemäß Zitat 6 / 7 identisch ist. Zitat 6 und 7 wird hierbei nur identisch, wenn die grauen Klammer-Angaben in Zitat 6 entfallen sind. Weder das Wort „etwas“, noch die Worte „ein Teil“, kommen im arabischen Original-Text vor. Das englische Wort für ETWAS wäre SOME oder SOMETHING und die englischen Worte für EIN TEIL wären A PART. Dies alles fehlt in der wortwörtlichen Übersetzung gemäß Zitat 13. Außerdem fehlt das Wort ETWAS und fehlen die Worte EIN TEIL auch in den Übersetzungen gemäß Zitat 1, 3 bis 5 und 12. _ ↑↑

 

Absatz 5: Über den Kopf _ Absätze ↑

Die dunkelrot markierte Formulierung „sie sollen ETWAS von ihrem Überwurf ÜBER SICH herunterziehen“ könnte so ausgelegt werden, dass die Frau einen Teil ihres Überwurfes über ihren Kopf schlagen soll. Im Falle vom Zitat 6 wird dies sogar deutlich in Klammern dazugeschrieben: (über den Kopf). Diese extrem konservative Auslegung des umstrittensten Teil-Satzes in Vers 59 lässt sich jedoch mit Hilfe der wortwörtlichen Übersetzung (13) nicht bestätigen.

 

Wahrscheinlich verwendete der Prophet im Vers 59 ganz bewusst nicht die Worte „Gesicht, Haare und Kopf“, um Missverständnisse zu vermeiden. Er schrieb also zum Beispiel nicht, sie sollen ziehen über ihre HAARE und ihr GESICHT herab von ihren (weiten) Gewändern, denn eine solche Formulierung könnte relativ leicht so gedeutet werden, dass auch der gesamte Kopf vom Gewand bedeckt sein soll. Dennoch schafften es frauenverhüllungswütige nahöstliche Bekleidungs-Diktatoren, den Vers-Abschnitt mit der Bekleidungs-Forderung auch ohne die Worte „Hals, Nacken, Gesicht, Haare und Kopf“ so umzustellen, dass sich daraus mit Phantasie eine Kopftuch- oder sogar Voll-Verschleierungs-Pflicht ableiten lässt. _ ↑↑

 

Absatz 6: Sicht-Schutz der Oberweite _ Absätze ↑

Ein normales Übergewandt, also ein solches, dass nur der Körper-Bedeckung dient, den Kopf aber frei lässt, kann nicht so einfach umfunktioniert werden in ein Gewand, das noch zusätzlich den Kopf bedeckt. Deshalb gab es schon damals und gibt es bis heute Kopftücher.

Nicht nur Sure 24, Vers 31, sondern auch Sure 33, Vers 59 zielt hauptsächlich darauf ab, die Oberweite der Frau vor Männer-Blicken zu schützen, denn der sexuelle Reiz der Oberweite ist ganz grob geschätzt ungefähr zehnmal höher, wie der sexuelle Reiz der Kopf-Haare. Begründung: Eine sehr flachbrüstige Frau ist für einen Mann wenig attraktiv, egal wie schön ihre Kopf-Haare sind. Eine Frau mit einer wohlproportionierten Oberweite hingegen ist für einen Mann attraktiv und zwar auch dann, wenn sie sehr kurze Kopf-Haare hat. _ ↑↑

 

Absatz 7: Über sich herunterziehen _ Absätze ↑

Die nachfolgende Beschreibung gilt für die vielen fast nackten, in jedem Fall aber busenfreien Frauen in vorislamischer Zeit. Für Frauen, die in islamischer Zeit bereits ein Gewand trugen und tragen, gilt die Beschreibung unter diesem Link (0,1 MB).

Mit „Gewand herunterziehen“ könnte gemeint sein, dass Frauen ihr (rundum geschlossenes) Sack-Kleid (ohne Knöpfe) über sich herunterziehen müssen, weil die Sack-Kleid-Öffnung so klein ist, dass nur der Kopf durchpasst. Ein Kleid überziehen bedeutet aber nicht, dass anschließend auch der Kopf bedeckt ist. Für Kleidung wird im deutschen gleichberechtigt ANKLEIDEN, ANZIEHEN und ÜBERZIEHEN verwendet. Sagt jemand, zieh Dir was über, so ist der Körper gemeint. Wenn der Kopf gemeint ist, wird gesagt, zieh Dir was auf den Kopf. Der Vorgang „über sich herunterziehen“ besteht aus drei Teilen:

Zunächst wird das gestauchte Gewand oder der Überwurf mit den Armen über den Kopf gehoben.

Dann wird der Kopf durch die kopfgroße Öffnung des Gewandes oder des Überwurfes gesteckt.

Zuletzt wird das Gewand oder der Überwurf über den Körper heruntergezogen.

Anschließend ist der Kopf nach westlicher Denkweise wieder frei und unbedeckt. In jedem Fall ist es offengelassen, ob der Kopf anschließend wieder frei ist oder ob er bedeckt bleibt. _ ↑↑

 

Über sich ziehen

Im Vers steht die Reihenfolge „ziehen über sich“. Dies dürfte jedoch unstrittig bedeutungsgleich sein mit „über sich ziehen“ und auch mit „sich überziehen“.

A) Bewegungs-Richtung

„Ziehen über sich“ oder „über sich ziehen“ oder „sich überziehen“ sagt erst einmal überhaupt nichts über die Bewegungs-Richtung des Kleidungs-Stückes bezogen auf den Körper aus. Die typische Bewegungs-Richtung hängt vom Kleidungs-Stück ab. Es werden dazu drei Beispiele benannt:

 

Beispiel 1: Hose über sich ziehen. Bewegungs-Richtung ist von unten (Füße) nach oben (Hüfte).

Beispiel 2: Mantel über sich ziehen. Bewegungs-Richtung ist von hinten (Rücken) nach vorne (Bauch).

Beispiel 3: Kleid über sich ziehen. Bewegungs-Richtung ist von oben (Kopf) nach unten (Füße).

 

Trägt die Person jedoch bereits ein Kleid oder einen Mantel, so bedeutet „über sich ziehen“, dass die Bewegungs-Richtung in geringem Umfang von unten nach oben ist.

 

B) Bedeckungs-Umfang _ ↑↑

 „Ziehen über sich“ oder „über sich ziehen“ sagt erst einmal überhaupt nichts über den Bedeckungs-Umfang durch das Kleidungs-Stückes bezogen auf den Körper aus. Der typische Bedeckungs-Umfang hängt vom Kleidungs-Stück ab. Es werden dazu drei Beispiele benannt:

 

Beispiel 1: Socken über sich ziehen = sich Socken überziehen. Bedeckungs-Umfang sind Füße.

Beispiel 2: Pollunder über sich ziehen. Bedeckungs-Umfang ist der Ober-Körper ohne Arme.

Beispiel 3: Hose über sich ziehen = sich Hose überziehen. Bedeckungs-Umfang sind Beine und Unterleib.

Beispiel 4: Bade-Anzug über sich ziehen. Bedeckungs-Umfang ist nur der Leib ohne Arme und Beine.

Beispiel 5: Mantel über sich ziehen. Bedeckungs-Umfang ist der Leib mit Armen und Beinen.

Beispiel 6: Voll-Schutz über sich ziehen. Bedeckungs-Umfang ist alles einschließlich Kopf.

Beispiel 7: Gewand oder Kleid über sich ziehen = sich ein Gewand oder Kleid überziehen. Beim Gewand oder Kleid hängt der Bedeckungs-Umfang von der Ausführung ab. In jedem Fall bedeckt ist der Leib bis zum Arm- und Bein-Ansatz. Zum Bedeckungs-Umfang können aber auch die Arme und Beine teilweise oder ganz gehören. Zum Bedeckungs-Umfang eines Gewandes oder Kleides gehört jedoch nie der Kopf.

 

Für die Verfechter der Voll-Verschleierung ist „über sich ziehen“ = „über den ganzen Körper einschließlich Kopf ziehen“ (sich = ganzer Körper einschließlich Kopf)._ ↑↑

 

Absatz 8: Bekleidungs-Unsicherheit _ Absätze ↑

Ein und dasselbe arabische Doppel-Wort (جَلَبِيبِهِنَّۚ) bedeutet offenbar:

Ihren äußeren Gewändern,

ihren Bedeckungen (Zitat 5),

ihren Gewändern,

ihren GALABIB / JALABIB / DSCHALABIB,

ihren Ober-Bekleidungen,

ihren Ober-Gewändern,

ihre Tücher (Zitat 4),

ihren Übergewändern,

ihren Überwürfen und

ihren weiten Gewändern (jeweils in nicht genauer genannter Länge).

 

Die Vielfalt an Übersetzungen nährt die Vermutung, dass niemand mit letzter Sicherheit weiß, was mit dem arabischen Doppel-Wort genau gemeint ist. Wahrscheinlich meinte der Prophet die Art von Gewändern, wie sie damals in den Christen-Gebieten üblich waren. Begründung: Als Mohammet in seiner Jugend-Zeit mehrmals in die weit entfernten Christen-Gebiete reiste, sah er erstmals Frauen, die nicht mit freien Busen unterwegs waren, sondern in Gewändern. Es ist deshalb naheliegend, dass er diese Art von Gewändern auch für die Frauen in seiner Heimat wollte. _ ↑↑

 

Wie die Übersetzung des arabischen Doppel-Wortes (جَلَبِيبِهِنَّۚ) ausfällt, hängt wahrscheinlich auch vom verwendeten Wörter-Buch ab. Das erste arabische Wörter-Buch entstand ungefähr 100 Jahre nach Mohamet. Damals wurde erstmals versucht, Bedeutungs-Klarheit für die Wörter zu erlangen, die im Koran verwendet werden. Hierbei könnten sich durch Unklarheiten / Unsicherheiten auch einige Fehler eingeschlichen haben. Wahrscheinlich findet dieses erste Wörter-Buch speziell bei Koran-Übersetzungen bis heute direkt oder wenigstens indirekt Berücksichtigung.

 

Insgesamt entsteht der Eindruck, dass das Alt-Arabisch im Koran manchmal relativ unpräzise ist. Ob mit dem arabischen Wort äußeres Gewand oder (langer) Überwurf gemeint ist, lässt sich offenbar nicht endgültig klären. Allerdings kann ein langer Überwurf weitgehend identisch sein mit einem (weiten) Gewand. Es gibt eine Gemeinsamkeit von (weiten) Gewändern und langen Überwürfen: Beide müssen meistens über den Kopf angezogen werden und nach dem Ankleide-Vorgang ist der Kopf wieder frei und unbedeckt. Das Kopf-Hals-Loch fixiert das Kleidungs-Stück. _ ↑↑

 

Absatz 9: Etwas vom Überwurf _ Absätze ↑

Dieser Absatz beschreibt die Umsetzungs-Variante 1 des sinnentstellten Satzes „Sie sollen etwas von ihrem Überwurf über sich herunterziehen“. Die einfachste Ausführung eines Überwurfes besteht aus einer Stoff-Bahn, die einem besonders breiten Sauna-Tuch ähnelt, keine Nähte hat und in der Mitte mit einem Loch versehen ist, durch den der Kopf hindurchpasst. Dieser Überwurf muss über den Kopf angezogen und dann über den Körper heruntergezogen werden. Soll nun ETWAS vom Überwurf, also ein Teil dieses Überwurfes, über den Kopf nach unten gezogen werden, so käme dafür noch am ehesten der Rücken-Teil des Überwurfes in Frage. Würde also der Rücken-Teil des Überwurfes hochgezogen und über den Kopf geschlagen, so wäre der Rücken unbedeckt. Außerdem würde es nicht lange dauern, bis das über den Kopf gezogene ETWAS wieder von diesem runtergerutscht wäre.

Unklar ist auch die Ankleide-Reihenfolge: Wird erst der Überwurf angezogen und anschließend etwas davon über den Kopf geschlagen oder wird erst etwas vom Überwurf über den Kopf geschlagen und dann der Überwurf angezogen. _ ↑↑

 

Absatz 10: Warum so umständlich? _ Absätze ↑

Dieser Absatz beschreibt die Umsetzungs-Variante 2 des sinnentstellten Satzes „Sie sollen etwas von ihrem Überwurf über sich herunterziehen“. Angenommen es soll von einem Überwurf etwas abgetrennt werden, um damit die gesamte Kopf-Hals-Partie zu verschleiern, ergibt sich die Frage: Warum machten es Allah / Prophet so kompliziert, indem sie (angeblich) verlangten, einen mühsam hergestellten Überwurf zu zerstören (unbrauchbar zu machen), um daraus das Stoff-Stück für die Kopf-Verschleierung zu gewinnen? Es wäre doch viel einfacher, ein separates Stoff-Stück zu verwenden und das (weite) Gewand oder den Überwurf heil zu lassen! Absatz 9 und 10 sind zusammen zu betrachten.

Unklar ist, ob der Prophet auf bereits existierende Kleidungs-Arten zurückgriff oder ob er etwas Neues kreierte. _ ↑↑

 

Absatz 11: Willens-Äußerungen _ Absätze ↑

Der Prophet wollte, dass Frauen ihre Oberweite besser vor Blicken fremder Männer schützen, wie bislang geschehen. Dies brachte er in Sure 24, Vers 31 deutlich zum Ausdruck. Wenn der Prophet gewollt hätte, dass Frauen ihren Kopf teilweise oder sogar vollständig verhüllen, so hätte er dies ebenfalls deutlich zum Ausdruck gebracht, indem er die Worte „Haare“ und/oder „Kopf“ und/oder Gesicht verwendet hätte. Stattdessen gibt es im Koran nur einen einzigen kurzen Abschnitt im Vers 59, der erst nach mehreren Umgestaltungen (siehe: Fünfstufige Manipulations-Kette↑) mit Mühe und Not so interpretiert werden kann, dass sich daraus eine Gesichts-Bedeckungs-Pflicht ergibt. Unklar ist, ob es im Koran auch Bekleidungs-Vorschriften für Männer gibt. _ ↑↑

 

Absatz 12: Reime / Verse _ Absätze ↑

Der Koran ist in Reimen / Versen geschrieben. Um zu erreichen, dass sich die Verse reimen, musste das Arabisch sicherlich manchmal auf unübliche Weise verbogen werden, wie dies auch bei deutschen Gedichten manchmal der Fall ist. Wegen der Reimbarkeit war es somit teilweise erforderlich, beschnittene / gestutzte / spärliche arabische Formulierungen zu verwenden. Diese erschweren die sinngemäß richtige Übersetzung zusätzlich und bieten Auslegungs-Spielräume.

Da sich aus dem Koran keine zufriedenstellende Kopftuch-Pflicht herausquetschen lässt, wird es mit Zusatz-Geschichten versucht (Zitat 9 und 11), deren Wahrheits-Gehalt heute nicht mehr überprüfbar ist. _ ↑↑

 

Absatz 13: Damalige Bekleidungen _ Absätze ↑

Ober-Bekleidungen und (weite) Gewänder sind Ober-Begriffe. Hierbei kann es sich um Überwürfe (ohne Nähte), Wickel-Gewänder (ohne Nähte) oder um Kleidung MIT Stoff-Nähten handeln.

 

ÜBERWÜRFE könnten es in jedem Fall gewesen sein, denn diese benötigen keine Stoff-Naht, sondern nur ein herausgeschnittenes Kopf-Loch in der Mitte des Stoff-Stückes. Das Stoff-Stück kann quadratisch, rechteckig, rund oder elliptisch/oval sein. Das Kopf-Loch kann rund, elliptisch/oval oder rautenförmig sein. Überwürfe müssen nicht zwangsläufig über Haus-Kleidung gezogen werden, sondern können auch direkt auf der Haut getragen werden.

 

WICKEL-GEWÄNDER in der Art der alten Griechen und Römer sollte es damals auch im Orient schon gegeben haben. Wegen des großen Stoff-Bedarfes, waren sie wahrscheinlich der Oberschicht vorbehalten. Wickel-Gewänder entfallen als Möglichkeit, weil sie NICHT von oben angezogen werden müssen.

 

STOFF-NÄHTE: Ob es damals etwas gab, was unseren heutigen Frauen-Kleidern ähnlich, hängt auch davon ab, wie weit die Näh-Technik fortgeschritten war, denn ein rundum geschlossenes Kleid mit langen Ärmeln erfordert mehrere ein Stoff-Nähte. _ ↑↑

 

Der Prophet verwendete Begriffe für Frauen-Kleidung, versäumte es jedoch, Zeichnungen zu diesen Begriffen anzufertigen oder anfertigen zu lassen, so dass die Nachwelt wohl immer darüber streiten wird, was er denn nun genau mit den verwendeten Begriffen meinte. Was auch immer genau gemeint war, es sollte gemäß Vers 59 so ausgeführt werden, dass es von oben kommend angezogen werden muss.

 

Absatz 14: Allah-Aussage _ Absätze ↑

Die am Vers-Ende stehende Allah-Aussage (zum Beispiel: Allah aber ist barmherzig und bereit zu vergeben) ist naturwissenschaftlich NICHT überprüfbar und somit nur eine Verzierung, die jedoch dazu geeignet ist das Gedanken-Bild ALLAH zu nähren. Die Seite www.Parkfach.de ist die Einzige, die versucht Allah / Gott und Natur-Wissenschaft miteinander zu verbinden … allerdings nur mit mäßigem Erfolg, weil es zu Allah / Gott nichts gibt, was naturwissenschaftlich durch einen Test oder einen Versuch überprüfbar ist. _ ↑↑

 

Absatz 15: Übersetzungs-Auswahl _ Absätze ↑

Grundsätzlich kann sich jede Frau (und jeder Mann) die Übersetzungs-Variante aussuchen, die ihr (ihm) am meisten zusagt. Diejenigen, die sich anpassen und integrieren wollen, finden problemlos Übersetzungs-Varianten, die auf keine Kopftuch- oder Voll-Verschleierungs-Pflicht hinweisen. Diejenigen, die sich NICHT anpassen und integrieren, sondern stattdessen Parallel-Gesellschaften ausbauen oder gründen wollen, wählen die Übersetzungs-Variante(n) aus, in die sich indirekt eine Kopftuch- oder Voll-Verschleierungs-Pflicht hineindeuten lässt und behaupten dann natürlich, dass die von ihnen ausgesuchte Variante die einzig richtige ist. Die wortwörtlich Bekleidungs-Forderung kann entweder lauten:

zu ziehen über sich von ihren Gewändern oder

anzuziehen über sich von ihren Gewändern.

„Ziehen“ ist gemeint im Sinne von „anziehen“ und nicht im Sinne von „herunterziehen“. _ ↑↑

 

Absatz 16: Bekleidungs-Gefälle _ Absätze ↑

Zur Zeit des Propheten gab es ein großes Bekleidungs-Gefälle zwischen den Häusern des Propheten und den restlichen bewohnten Gebieten der Region Mekka / Medina. In den Häusern des Propheten, in seiner Bekanntschaft / Verwandtschaft und vielleicht auch noch in der unmittelbaren Nachbarschaft der Propheten-Häuser, waren Gewänder und verhüllte Busen selbstverständlich. In den restlichen bewohnten Gebieten der Region Mekka / Medina waren jedoch noch unverhüllte Busen üblich.

 

Ein weiteres Bekleidungs-Gefälle gab es zu der Zeit, als sich Mohammed noch nicht als Prophet bezeichnete, zwischen den christianisierten Gebieten des Mittelmeer-Raumes und der abgeschiedenen Region Mekka / Medina. Im Mittelmeer-Raum waren bedeckte Busen bereits üblich, während in den Heiden-Gebieten in und um Mekka / Medina noch unbedeckte Busen üblich waren. Die Busen-Bedeckung ist ein Bestandteil des Judentums und Christentums, denn im Alten Testament steht „Gott schenkte den Menschen Kleider“. _ ↑↑

 

Absatz 17: Übersetzer wunderten sich _ Absätze ↑

Sicherlich erkannten alle Koran-Interpreten und -Übersetzer recht schnell, dass die Bekleidungs-Forderung in Vers 59 einfach darin besteht, dass sich Frauen ein Gewand überziehen sollen (in der Art, wie es in den Christen-Gebieten des Mittelmeer-Raumes üblich war). Genauso wunderten sich sicherlich auch alle Koran-Interpreten und -Übersetzer, warum der Prophet etwas forderte, was nach ihrem Kenntnisstand die Frauen damals schon längst erfüllten. Die Koran-Interpreten und -Übersetzer gingen und gehen also davon aus, dass die Frauen zu Lebzeiten des Propheten und auch schon vorher, bereits Gewänder trugen. Aus diesem Grunde erweiterten ausnahmslos alle Koran-Interpreten und -Übersetzer die scheinbar bereits erfüllte Bekleidungs-Forderung in Vers 59 so, dass sie wieder zu einer Forderung wird. Siehe hierzu den Übersetzungs-Vergleich .

 

Diejenigen, die Ergänzungen oder Erweiterungen an Koran-Texten vornahmen, um eine Sinn-Veränderung zu erreichen, unterstellten dem Propheten, dass er unfähig war, sich deutlich und zutreffend auszudrücken. Leider gingen die Koran-Interpreten und -Übersetzer von damaligen falschen Voraussetzungen aus. Die richtige Vorgehensweise besteht darin, davon auszugehen, dass die Koran-Texte keine Sinn-Veränderungen erfordern. Stattdessen muss die Ausgangs-Situation so angepasst werden, dass die Koran-Texte auch dann sinnvoll und voll zutreffend sind, wenn sie so belassen werden, wie sie sind. _ ↑↑

 

Tatsächlich trugen die Frauen in vorislamischer Zeit und auch noch zu Lebzeiten des Propheten zunächst noch keine Gewänder, sondern sie trugen nichts, außer manchmal als Sonnen-Schutz eine Kopf-Bedeckung, die den Nacken und vielleicht manchmal auch die Schultern mitbedeckte und wahrscheinlich auch etwas um die Hüften. Die einfache Bekleidungs-Forderung des Propheten war also genau in der Weise zutreffend, wie er sie formulierte: (dass sie) über sich ziehen von ihren Gewändern. Und er meinte: Ihr busenfreien Frauen zieht euch Gewänder über, damit eure Busen bedeckt werden.

 

Die diversen heutigen Erweiterungen in Vers 59 (der Sure 33) waren und sind nicht gerechtfertigt. Ohne die Erweiterungen in Vers 59 erfüllen nahezu alle Frauen dieser Welt, einschließlich Frauen anderer Religionen und Atheistinnen, die Bekleidungs-Forderung von Vers 59 voll und ganz.

Nicht die Koran-Texte müssen angepasst werden, sondern die Ausgangs-Situationen, für die die Koran-Texte verkündet und niedergeschrieben wurden. _ ↑↑

 

In vorislamische Zeit und auch noch als der Vers 59 verkündet wurde, lag die kuriose und aus heutiger Sicht nahezu unglaubliche Situation vor, dass die meisten Frauen zwar Gewänder besaßen, diese jedoch nur ganz selten trugen, sondern in der Regel nackt in die Öffentlichkeit gingen. Der Vers 59 war genau auf diese kurios anmutende Situation zugeschnitten:

 

… zu ziehen über sich VON ihren Gewändern …  Gemeint ist:

VON ihrem Bestand an kompletten Gewändern, die sie besaßen, jedoch nur selten trugen …

 

Der Vers 59 hat schon lange seinen Zweck erfüllt, denn es gibt schon lange keine Frauen mehr, die Gewänder besaßen und dennoch meistens nackt in die Öffentlichkeit gingen.

 

Zwei Bedeutungen des Wortes „VON“

Das Problem ist das Wörtchen „von“, denn es ist doppeldeutig. Von einem Kleidungs-Stück anziehen kann bedeuten, dass das Kleidungs-Stück komplett angezogen wird oder, dass nur ein Teil vom Kleidungs-Stück angezogen wird. Ein Gewand ist jedoch etwas Zusammenhängendes und niemand käme auf die Idee, das Gewand zu zerstückeln, um einen Teil vom Gewand anzuziehen. Etwas anderes wäre es bei einem Kostüm. Dieses besteht aus zwei Teilen. Es kann somit nur das Ober-Teil oder nur das Unter-Teil vom Kostüm getragen werden. … zu ziehen über sich von ihren Kostümen …

bedeutet somit entweder: _ ↑↑

Es sind die kompletten Kostüme überzuziehen ODER

Es sind nur die Ober-Teile der Kostüme überzuziehen ODER

Es sind nur die Unter-Teile der Kostüme überzuziehen.

 

Ob mit „VON“ der komplette Gegenstand oder nur etwas (oder ein Teil) vom Gegenstand gemeint ist, hängt hauptsächlich davon ab, ob der Gegenstand normalerweise komplett oder aufgeteilt genutzt wird. „Von Bananen essen“ bedeutet, komplette Bananen essen.

„Von Broten essen“ bedeutet, etwas oder ein Teil der Brote essen, nämlich die Brot-Scheiben.

 

Zu „von ihren Gewändern“: Es geht nicht darum, mit einem Teil eines Gewandes etwas zu machen, sondern darum, mit einem Teil des Gewänder-Bestandes etwas zu machen. Wenn das Wörtchen „von“ nicht wär, wäre das Leben halb so schwär.

 

Absatz 18: Gewand-Ausschnitte _ Absätze ↑

Wie es auch gewesen sein könnte: Nachdem Vers 59 verkündet wurde, befolgte ihn ein Teil der freien Frauen ganz einfach NICHT und behielt ihre Bekleidungs-Gewohnheit oder besser Nicht-Bekleidungs-Gewohnheit bei. Auch die weiblichen Leibeigenen und Sklavinnen erhielten wahrscheinlich erst einmal keine Gewänder oder durften keine tragen. _ ↑↑

 

Ein anderer Teil der freien Frauen hatte Gewänder oder stellte sich Gewänder her. Da die Frauen (auch öffentlich) ihren Busen mit Stolz und Würde unbedeckt zur Schau stellten und dies auch beibehalten wollten, versahen sie ihre Gewänder mit megagroßen Ausschnitten. Hierbei könnte es zwei Varianten gegeben haben:

 

Variante 1 könnten symmetrische Ausschnitte gewesen sein, die weiterhin freie Sicht auf beide Brüste erlaubten (unwahrscheinlicher).

 

Variante 2 könnten asymmetrische Ausschnitte gewesen sein, die weiterhin freie Sicht auf nur eine Brust erlaubten (wahrscheinlicher).

 

Da der Prophet in Vers 59 nicht angab, dass die Frauen ein Gewand überziehen sollen, um insbesondere auch den Busen zu bedecken, gab es auch keine Kollision mit Vers 59. Wahrscheinlich ist der Prophet fast ausgeflippt, als er die riesigen Gewand-Ausschnitte sah, die von den Frauen offenbar so gewollt wurden und er verkündete daraufhin einige Wochen oder Monate nach Vers 59, den Vers 31 der Sure 24, in dem er nun ausdrücklich verlangte, den Busen in der Öffentlichkeit zu bedecken. _ ↑↑

 

Wie sich die Zeiten ändern: In vorislamischer Zeit und auch noch zu Lebzeiten des Propheten wollten viele Frauen nicht davon ablassen, ihre größte Zierde = ihren Busen in ganzer Pracht und Herrlichkeit für jedermann sichtbar vorzuführen. Heute wollen viele Muslima nicht davon ablassen, ihren nicht vom Koran geforderten Hidschab vorzuführen.

 

----------------------------------------------------------------------

 

Diese Webseite hat 0,6 MB, füllt 27 DIN-A4-Seiten und enthält ungefähr 14.910 Wörter mit 86.190 Zeichen. Seiten-Name: Sure 33, Vers 59

 

Betreiber der Webseite _ www.parkfach.de _ ist Reiner Zabel.

E-Mail: parkfach@freenet.de

Alternativ zur E-Mail kann ein Kommentar auch auf folgender Webseite veröffentlicht werden:

parkfach.wordpress →→ (1,38 MB)

 

Offenbarungen sind physikalisch ungeklärt

Wer fordert den Hidschab? Heutige Männer!

Seit 2017-06-24 _ OBEN ↑↑