2019-05-15 _ ↓↓ ENDE

 

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Verse & Geschichten

 

Inhalt

 

TEIL I) Vers 33:59 + Jilbab-Hadith

 

TEIL II) Vers 24:31 + Ansar-Hadith

 

TEIL III) Drei erfundene Geschichten

 

Im Islam sind Frauen mit typischer Haar-Hals-Bedeckung (Hidschab) das Opfer der Gehirn-Wäsche durch muslimische Geistliche, die mit drei verfälschten Koran-Versen und drei erfundenen Geschichten arbeiten. Verfälschungen und Erfindungen stützen sich hierbei gegenseitig. Zweifellos eine raffiniert ausgedachte und hochwirksame Überzeugungs-Methode, die dennoch durchschaubar und antastbar ist. _ ↑↑ (= zum Seiten-Anfang)

 

TEIL I) Vers 33:59 + Jilbab-Hadith

 

Eine der drei erfundenen Geschichten wurde Jilbab-Hadith benannt (siehe "Zum Anlass der Offenbarung"):

Quelle: BPB.de, Konfliktstoff Kopftuch, Ralf Ghadban →→

 

Der vierte Vers 33:59 lautet: "Prophet! Sag deinen Gattinnen und Töchtern und den Frauen der Gläubigen, sie sollen (wenn sie austreten) sich etwas von ihrem Gewand [dschilbâb] (über den Kopf) herunterziehen. So ist es am ehesten gewährleistet, dass sie (als ehrbare Frauen) erkannt und daraufhin nicht belästigt werden. Allah aber ist barmherzig und bereit zu vergeben."

 

Zum Anlass der Offenbarung: Die Frauen des Propheten gingen wie alle anderen Frauen nachts abseits der Siedlung, um ihre Notdurft zu erledigen. Dabei wurden sie von Männern belästigt. Diese wurden zur Rede gestellt. Sie behaupteten, sie hätten sie mit den Sklavinnen verwechselt. Da wurde der Vers herabgesandt.

In der Tat trugen freie Frauen und Sklavinnen dieselben Kleider. Um die freien Frauen von den Sklavinnen zu unterscheiden, wurden die Musliminnen aufgefordert, ihren dschilbâb, den sie normalerweise beim Ausgehen über dem chimâr tragen, über ihr Gesicht zu ziehen und nur ein Auge freizulassen. _ ↑↑

 

Eigen-Kommentar: Der Jilbab-Hadith (die Verwechslungs-Geschichte) wurde ungefähr im Jahre 1.200 (oder sogar noch später) erfunden. Dass es sich um eine erfundene Geschichte handelt, lässt sich in diesem Fall besonders einfach und leicht beweisen:

In der Geschichte wird behauptet, dass freie Frauen und Sklavinnen vor der Verkündung von Vers 33:59 dieselben Kleider trugen.

 

Tatsächlich waren bis zur Verkündung von Vers 33:59 rund 90% der freien Frauen und genau 100% der Sklavinnen auf der Straße nackt. Dennoch ließen sich freie Frauen und Sklavinnen selbst in der Nacht gut unterscheiden. Die freien Frauen trugen eine gut erkennbare Kopf-Bedeckung, während die Sklavinnen keine Kopf-Bedeckung (und auch sonst keine Kleidung) tragen durften und entweder kahlgeschoren waren oder nur sehr kurzes Kopf-Haar hatten.

 

Bei dem oben aufgeführten zitierten Vers 33:59 handelt es sich um eine Variante mit besonders vielen Verfälschungen. Gemäß Quelle in Englisch ( Quran.com/33/59 →→ ) lautet die ins Deutsche übersetzte wortwörtliche Kern-Aussage von Vers 33:59: "ziehen über sich VON ihren Gewändern" = ZIEHT AN VON DEN GEWÄNDERN, DIE IHR BESITZT (vor dem Verlassen des Wohn-Bereiches). Viele Frauen besaßen ein traditionelles Gewand, zogen es im Alltag jedoch nicht an. _ ↑↑

 

Es wurden mit Vers 33:59 die (damals im Hause noch nackten) Frauen und Mädchen einfach nur aufgefordert, VON den (traditionellen) Gewändern, die sie besaßen (= VON ihren Gewändern), zu nehmen und anzuziehen (= ziehen über sich, vor dem Verlassen des Wohn-Bereiches). Vergleiche "(nehmen und) essen von ihren Tomaten" mit "(nehmen und) anziehen von ihren Gewändern". Siehe auch die vertiefenden Erläuterungen im Teil III: G1) Verwechslungs-Hadith

 

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TEIL II) Vers 24:31 + Ansar-Hadith

 

Wenn es im Islam darum geht, Frauen vom Hidschab zu überzeugen, wird mit einer Kombination aus drei verfälschten Koran-Versen und drei erfundenen Geschichten gearbeitet, was auch als arglistige Täuschung bezeichnet werden kann. Eine der drei erfundenen Geschichten wurde Ansar-Hadith (Schneide-Geschichte) benannt und wird nachfolgend unter Punkt " Zu B) Ansar-Hadith" kommentiert.

 

Inhalt

 

1) Zwei zitierte Stellen von IslamIQ

 

2) Kommentare zu beiden Zitaten

 

1) Zwei zitierte Stellen von IslamIQ _ ↑↑

Es werden nachfolgend die zwei Stellen

A) Vers 24:31 und

B) Ansar-Hadith

aus der Webseite von IslamIQ zitiert.

Quelle: IslamIQ.de, Warum muslimische Frauen Kopftuch tragen →→

 

Beginn der beiden Zitate [ohne Zeilen A) Vers ... und B) Ansar- ...]:

.....

A) Vers 24:31

Zum einen in der Sure Nûr, wo es heißt: „Und sage den gläubigen Frauen, dass sie ihre Blicke senken und ihre Keuschheit wahren und ihre Reize nicht zur Schau stellen sollen, außer was (anständigerweise) sichtbar ist; und dass sie ihre Tücher über ihren Busen schlagen und ihre Reize nur ihren Ehegatten zeigen sollen (…) Und sie sollen ihre Beine nicht so schwingen, dass Aufmerksamkeit auf ihre verborgene Zierde fällt. Und bekehrt euch zu Allah allzumal, o ihr Gläubigen, damit es euch wohl ergehe.“ [1] Sure Nûr, 24:31 _ ↑↑

.....

B) Ansar-Hadith

Aischa wird dazu mit folgenden Worten zitiert: „Allah soll sich der Frauen der Auswanderer erbarmen. Sie haben sofort im Anschluss des Gebotes ‘sie sollen ihre Kopftücher über ihren Busen schlagen…’ einen Teil ihrer Röcke abgeschnitten und daraus ein Kopftuch gemacht.“ [9] Buhârî, Sahîh, Auslegung des 31. Verses der Sure Nûr

.....

Ende der beiden Zitate

 

Definition zu B) Ansar-Hadith und "Frauen der Auswanderer": Dies sind die Frauen der Ansar, die einige Monate oder Jahre VOR dem Propheten von Mekka nach Medina auswanderten, deshalb Ansar-Hadith.

Zu "[9] Buhârî": Diese Person wird auch "Buchari" oder "Bukhari" geschrieben.

 

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2) Kommentare zu beiden Zitaten _ ↑↑

Hinweis: Zunächst wird B) kommentiert [ Zu B) Ansar- ] und dann erst A) [ Zu A) Vers 31 ]

 

Zu B) Ansar-Hadith

-------------------------

Hierbei ist zu unterscheiden zwischen zwei Versionen:

B1) Ansar-Hadith, Version "Schneiden"

 

B2) Ansar-Hadith, Version "Krähen"

 

B1) Ansar-Hadith, Version "Schneiden"

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Diese Version ist eine erfundene Geschichte

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GRÜNDE:

Im Vers 31 forderte der Prophet von den freien gläubigen Frauen, einen HIMAR (= ein längliches Tuch) über den Busen zu schlagen (aber nur, wenn die Frauen ein traditionelles Gewand trugen, das einen oder beide Busen frei sichtbar ließ). Der Prophet forderte also, für die Busen-Bedeckung etwas zu nehmen, von dem er wusste, dass es alle freien gläubigen Frauen besaßen. _ ↑↑

Korrigierte* wortwörtliche Arabisch-Englisch-Übersetzung gemäß Quelle  Quran.com/24/31 →→ :

 

"and let them draw THEIR covers* over their bosoms"

oder auf Deutsch

"und lasse sie ziehen IHRE Bedeckungen* über ihre Busen"

 

Dies bedeutet genau dasselbe wie

"und lasse sie ziehen DIE Bedeckungen, DIE SIE BESITZEN, über ihre Busen"

(IHRE Dinge = DIE Dinge, DIE SIE BESITZEN)

 

Keine Frau auf dieser Welt käme auf die Idee, von intakten Kleidungs-Stücken Stoff-Streifen abzuschneiden, wenn sie bereits mindestens einen Stoff-Streifen in Form einer Stola, eines Lang-Tuches, Schals, Schleiers, Kopftuches oder HIMAR besitzt. Selbst Frauen, die damals immer noch kein eigenes Gewand hatten, besaßen so gut wie immer mindestens einen HIMAR oder sogar mehrere HUMUR. Selbst wenn einer Frau gerade mal ein HIMAR fehlte, hätte sie sich einen geliehen und niemals von einem Gewand oder Rock etwas abgeschnitten. _ ↑↑

 

Der Ansar-Hadith, Version "Schneiden" ist mehrfach schlecht durchdacht:

- Erst sollen Frauen von Kleidung (Rock oder Gewand) Stoff-Streifen abgeschnitten haben,

- obwohl sie bereits derartige Stoff-Streifen in Form von HUMUR hatten und

- obwohl sie dadurch ihre damals wertvolle Kleidung unbrauchbar gemacht hätten.

- Außerdem haben sich die Frauen mit diesem Verhalten der Empfehlung des Propheten, etwas Vorhandenes zu verwenden, widersetzt.

- Dann sollen Frauen die Stoff-Streifen über den Kopf gezogen haben, obwohl sie bereits ihre traditionellen Kopf-Bedeckungen trugen.

Die Köpfe wären dann dreifach bedeckt gewesen:

1 Durch das Kopfhaar,

2 durch die traditionellen Kopf-Bedeckungen und

3 durch die aus Kleidung gewonnenen Kopftücher.

 

Ausgerechnet die strenggläubigen Ansar-Frauen sollen sich der Forderung des Propheten widersetzt haben, vorhandene Stoff-Stücke (HUMUR) zu verwenden und sollen stattdessen weitere Stoff-Stücke von Kleidung abgetrennt haben? _ ↑↑

Da davon ausgegangen werden kann, dass die Ansar-Frauen Gewänder trugen, die den Busen bedeckten, brauchten diese Frauen nach der Verkündung von Vers 24:31 überhaupt nichts machen. Doch leider fehlt im Vers 31 folgende ERGÄNZUNG:

"und lasse sie ziehen ihre Bedeckungen* über ihre Busen, FALLS SIE NOCH (traditionelle) GEWÄNDER TRAGEN, DIE DEN BUSEN UNBEDECKT LASSEN"

 

Sicherlich erscheint vielen Frauen (und auch Männern), denen der Ansar-Hadith, Version "Schneiden" zur Kenntnis gebracht wurde, etwas eigenartig oder merkwürdig vor und sie haben deshalb Zweifel an der Echtheit dieses Hadith. Diesen Leuten wird dann folgendes gesagt:

Wenn es falsch gewesen wäre, was die Frauen der Ansar nach der Verkündung von Vers 24:31 machten, so hätte der Prophet dies doch beanstandet. Allerdings ist es so, dass der Prophet nichts mehr beanstanden konnte, weil er schon rund 100 Jahre tot war, als der Ansar-Hadith, Variante "Schneiden" erfunden wurde.

 

Im Ansar-Hadith, Version "Schneiden" wird sowohl Aischa als auch den Frauen der Ansar etwas in die Schuhe geschoben, was sie nie machten. Der eigentliche Hammer ist, dass der Ansar-Hadith, Variante "Schneiden" die höchstmögliche Glaubwürdigkeits-Stufe erhielt. Diese höchstmögliche Echtheits-Bewertung lautet SAHIH (Sahîh = Es ist wahr). Unklar ist noch, wer diese Einstufung vornahm und aus welchen Gründen diese hohe Einstufung erfolgte. Wahrscheinlich erfolgte auch diese Einstufung von Al-Albani. _ ↑↑

 

Diese Version wurde erfunden, um die verfälschte Version von Vers 24:31 zu festigen.

 

Die Unsinnigkeit des Ansar-Hadith, Version „Schneiden“ wird an folgendem Beispiel besonders deutlich:

Eine busenfreie Frau steht vor einer Wand, an der ein längliches Tuch hängt, das zur Bedeckung des Busens geeignet ist, also der HIMAR. Der Frau wird nun gesagt, dass sie den HIMAR an der Wand dazu verwenden soll, um damit ihren Busen zu bedecken. Die Frau gehorcht jedoch nicht, sondern schneidet von ihrem Gewand oder Rock etwas ab, so dass sie genau dasselbe erhält, was da an der Wand hängt, um es sodann über ihren Busen zu ziehen. Das was die Frau nehmen sollte, bleibt an der Wand hängen.

 

Zu der Zeit, als der Vers 24:31 verkündet wurde, hatte jede Frau vielleicht gerade einmal ein Gewand oder einen Rock. Wenn nun alle Frauen (ohne sich zuvor abzusprechen) etwas von ihrem Gewand oder Rock abgeschnitten hätten, so hätte keine Frau mehr ein intaktes Gewand zum Anziehen gehabt. _ ↑↑

 

Außerdem wurde Vers 24:31 hauptsächlich für die Frauen verkündet, die trotz getragenem Gewand ihren Busen frei sichtbar zeigten, denn nur diese Frauen sollten nun auch ihren Busen zum Beispiel mit einem Tuch bedecken. Frauen, die ihren Busen bereits vor der Verkündung von Vers 31 (womit auch immer) vollständig bedeckten, mussten nach der Verkündung von Vers 31 bekleidungsmäßig überhaupt nichts ändern.

 

Die Frauen der Ansar gehörten sicherlich zu jenen, die sowohl nach dem zuerst verkündeten Vers 33:59 als auch nach dem ungefähr ein Jahr später verkündeten Vers 24:31 bekleidungsmäßig nichts ändern mussten, weil sie bereits mehrere Jahre vor dem zuerst verkündeten Vers 59 im Jahre 627 sowohl ihren Unterleib (mit dem Becken und Gesäß) als auch ihren Oberleib (mit dem Busen) vollständig bedeckten.

 

B2) Ansar-Hadith, Version "Krähen"

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Nachdem Vers 33:59 verkündet wurde, entstand folgende glaubwürdige Überlieferung:

Quelle: Kalifat.com, Kleiderordnung der muslimischen Frau, Teil 1 →→

>> Ein Bericht von Umm Salama (einer Frau des Propheten): „Als der Vers‚ Sie sollen ihre Über-Gewänder reichlich über sich ziehen‘ offenbart wurde, schienen die Frauen der Ansar Krähen auf ihren Köpfen zu tragen, durch das Tragen der Jalabib (Plural von Jilbab).“ (Sunna Abu Dawud 32/409) << _ ↑↑

 

Die Bedeutung von Vers 33:59 (ziehen über sich VON ihren Gewändern) ändert sich entscheidend in Abhängigkeit davon, ob Frauen noch kein Gewand anhaben oder ob sie bereits Gewänder tragen:

Fall 1: Haben Frauen noch kein Gewand an, bedeutet "ziehen über sich VON ihren Gewändern", dass die Frauen VON den Gewändern, die sie besitzen, nehmen und über sich ziehen (= anziehen) sollen.

Fall 2: Tragen Frauen jedoch bereits ein Gewand, bedeutet "ziehen über sich VON ihren Gewändern", dass die Frauen ETWAS VON ihren Gewändern über sich ziehen sollen. Die angebliche Forderung von Vers 59, etwas vom Gewand über den Kopf zu ziehen, ist allerdings generell unsinnig, weil es für den Kopf schon immer eigene Kleidungs-Stücke gab.

 

Der Vers 59 wurde für die rund 90% der Frauen verkündet, die noch OHNE Gewand, also nackt raus gingen. Doch leider fehlt in Vers 59 dieser entscheidende Hinweis. Die Frauen der Ansar gehörten jedoch zu den rund 10%, die MIT einem Gewand raus gingen. _ ↑↑

 

Da die Frauen der Ansar zu den besonders gläubigen gehörten, wollten sie unbedingt etwas machen, nachdem sie den Vers 59 entweder direkt oder (vielleicht schon verfälscht) indirekt gehört hatten. Da die Frauen der Ansar bereits Gewänder trugen, kam für sie nur noch der Fall 2 infrage. Um überhaupt etwas zu machen, machten die Ansar-Frauen nach der Verkündung von Vers 33:59 etwas Außergewöhnliches und Seltsames. Sie zogen ihre Gewänder so hoch, dass es wie Krähen auf ihren Köpfen aussah. Dabei hätten sie überhaupt nichts machen müssen.

 

Dieses außergewöhnliche Verhalten der Ansar-Frauen machten sich rund 100 Jahre später diejenigen zunutze, die den Ansar-Hadith, Version "Schneiden" erfanden. Die Überlegung könnte damals folgende gewesen sein:

Wenn die Frauen der Ansar nach Vers 33:59 etwas Außergewöhnliches machten, dann erscheint es glaubwürdig, dass sie auch nach der Verkündung von Vers 24:31 etwas Außergewöhnliches machten. _ ↑↑

 

Der Ansar-Hadith, Version "Schneiden" wäre auch gut für die Unterstützung der verfälschten Version von Vers 59, weil es prinzipiell noch am einfachsten wäre etwas vom Gewand abzuschneiden, um das Abgeschnittene über den Kopf zu hängen.

Der Ansar-Hadith, Version "Schneiden" konnte jedoch nicht mehr für Vers 59 genutzt werden, weil es bereits den Ansar-Hadith, Variante "Krähen" von der Propheten-Frau Umm Salama gab.

Wäre der Ansar-Hadith, Version "Schneiden" auch auf Vers 59 bezogen worden, hätte es einen Konflikt gegeben. Die Frauen der Ansar hätten dann gemäß Umm Salama Krähen über ihren Köpfen gehabt und gemäß Aischa etwas von Kleidung abgeschnitten. So war es nur noch möglich die erfundene Geschichte "Schneiden" dem Vers 31 zuzuordnen.

 

Der Ansar-Hadith, Version "Krähen" ist allein schon deshalb glaubhaft, weil dort niemand etwas von intakter Kleidung abgeschnitten hat und auch deshalb, weil dieser Hadith nicht von Aischa stammt. Wer hätte es versuchen wollen, der relativ unbekannten Propheten-Frau Umm Salama so eine Berichterstattung in die Schuhe zu schieben?

 

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Zu A) Vers 24:31 _ ↑↑

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Diese Übersetzungs-Variante gehört noch zu den weniger verfälschten. Zunächst das Positive:

i) Am Vers-Teil gemäß IslamIQ

"und dass sie ihre Tücher über ihren Busen schlagen"

 

ist fast nichts zu beanstanden. Das wenige, was beanstandet wird, folgt nun:

 

j) Korrigierte* wortwörtliche Arabisch-Englisch-Übersetzung gemäß Quelle  Quran.com/24/31 →→ :

 

"and let them draw their covers* over their bosoms"

oder auf Deutsch

"und lasse sie ziehen ihre Bedeckungen* über ihre Busen"

 

Es gibt also nur geringfügige Abweichungen zwischen den beiden Übersetzungen i) und j). Diese sind:

- "und dass sie" lautet eigentlich "und lasse sie",

- "Tücher" lautet eigentlich "Bedeckungen",

- "ihren Busen" lautet eigentlich "ihre Busen" und

- "schlagen" lautet eigentlich "ziehen".

 

Es gibt jedoch eine ganz entscheidende

DOPPEL-VERFÄLSCHUNG _ ↑↑

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- Die erste Verfälschung besteht in der Verwendung des Wortes "Reize".

- Die zweite Verfälschung besteht in der Mehrzahl-Verwendung.

 

p) IslamIQ:

"und (dass sie) ihre REIZE nicht zur Schau stellen sollen"

 

q) Wortwörtliche Arabisch-Englisch-Übersetzung gemäß Quelle  Quran.com/24/31 →→ :

 

"and not display their adornment"

oder auf Deutsch

"und nicht zur Schau stellen ihre ZIERDE"

 

"Adornment" lautet übersetzt: Schmuck, Verzierung, Zierde. Adornment lautet NICHT Reiz.

Gemeint ist Schmuck im Sinne von Verzierung oder Zierde. Da es sich um etwas natürliches handelt, ist ZIERDE richtig. Die Zierde des Mannes ist der Bart und die Zierde der Frau ist ihr Busen.

 

Zur zweiten Verfälschung:

Das arabische Wort für ADORNMENT oder ZIERDE lautet ZIYNAH und ist eine Einzahl-Wort.

Es geht in Vers 24:31 also nur um eine Sache und das ist die ZIERDE, mit der der Busen gemeint ist.

 

SONSTIGES _ ↑↑

Zu "außer was (anständigerweise) sichtbar ist":

Diese Übersetzungs-Variante auf der Webseite von IslamIQ ist nicht besonders gelungen. Besser sind die folgenden beiden Übersetzungen:

- bis auf das, was daraus erscheint

- außer was davon sichtbar sein muss

 

Unter A) Vers 31 steht originalgetreu: "... und dass sie ihre Tücher über ihren Busen schlagen ..."

Unter B) steht dann auf einmal: "sie sollen ihre Kopftücher über ihren Busen schlagen …"

 

* Zu "Korrigierte", „covers“ und "Bedeckungen": Die Korrektur besteht darin, dass "HEAD COVERS" zu "COVERS" reduziert wurde.

Grund: Der HIMAR diente primär der Bedeckung und war nichts weiter wie ein längliches Tuch. Der HIMAR wurde zwar häufig als Bedeckung für den Kopf genutzt, er musste jedoch nicht zwangsläufig für den Kopf benutzt werden, sondern er konnte auch als Bedeckung für Hals, Busen oder andere Körper-Teile genutzt werden, ohne dass er gleichzeitig auch über den Kopf zu ziehen war.

 

Kommentare zu Vers 33:53 (Vorhang) und zu Vers 24:60 (Omas) stehen im nachfolgenden Teil III) unter G2) Ansar-Hadith

 

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TEIL III) Drei erfundene Geschichten _ ↑↑

 

Inhalt

 

Einleitung

 

G1) Jilbab-Hadith (Verwechslungs-Geschichte)

 

G2) Ansar-Hadith (Schneide-Geschichte)

 

G3) Hidschab-Hadith (Zeige-Geschichte)

 

Einleitung

Leider haben Hadithe (Geschichten und Überlieferungen aus der Zeit des Propheten oder solche, die sich auf dessen Zeit beziehen) in der Regel keine Benennung / Bezeichnung / Überschrift / keinen Namen oder Titel. Um die nachfolgende Beschreibung zu vereinfachen, wurden wenigstens für die drei erfundenen Hadithe möglichst zutreffende Titel geschaffen.

 

- Der Jilbab-Hadith wurde so benannt, weil es in ihm um das damalige Gewand (den Jibab) geht, der im Vers 33:59 vorkommt. Der Jilbab-Hadith wurde auch als Verwechslungs-Geschichte bezeichnet, weil es in ihr um die (angebliche) Verwechselung von freien Frauen mit Sklavinnen geht.

 

- Der Ansar-Hadith wurde so benannt, weil es in ihm um die (vor dem Propheten von Mekka nach Medina ausgewanderten) gläubigen Frauen der Ansar geht. Der Ansar-Hadith wurde auch als Schneide-Geschichte bezeichnet, weil in ihr behauptet wird, dass Kleidung geschnitten wurde. _ ↑↑

 

- Der Hidschab-Hadith wurde so benannt, weil er maßgeblich zum Hidschab führte. Der Hidschab-Hadith wurde auch als Zeige-Geschichte bezeichnet, weil in ihr der Prophet angeblich auf sein Gesicht und seine Hände zeigte.

 

G1) Jilbab-Hadith (Verwechslungs-Geschichte)

 

Nachfolgende Texte sind eine Vertiefung von TEIL I) ↑

 

Version 1: Erfunden bezogen auf Jahr 627

Quelle: BPB.de, Konfliktstoff Kopftuch, Ralf Ghadban →→

Zum Anlass der Offenbarung*: Die Frauen des Propheten gingen wie alle anderen Frauen nachts abseits der Siedlung, um ihre Notdurft zu erledigen. Dabei wurden sie von Männern belästigt. Diese wurden zur Rede gestellt. Sie behaupteten, sie hätten sie mit den Sklavinnen verwechselt. Da wurde der Vers herabgesandt.

In der Tat trugen freie Frauen und Sklavinnen dieselben Kleider. Um die freien Frauen von den Sklavinnen zu unterscheiden, wurden die Musliminnen aufgefordert, ihren dschilbâb, den sie normalerweise beim Ausgehen über dem chimâr tragen, über ihr Gesicht zu ziehen und nur ein Auge freizulassen. Diese Bekleidung war bei den freien Jüdinnen und Christinnen, aber vor allem bei den Perserinnen, verbreitet. Daher kommt der Tschador. Diese Art von Bedeckung sollte den sozialen Stand der Frauen zeigen und ihnen daher mehr Respekt und Schutz verschaffen. Nach einer Überlieferung soll Omar den Sklavinnen verboten haben, einen dschilbâb zu tragen und den Kopf zu bedecken wie die Musliminnen. *Gemeint ist Vers 33:59. _ ↑↑

 

Version 2: Erfunden bezogen auf Jahr 627

Quelle: Islamfatwa.de, Darlegung über die Pflicht des Niqab →→

Abu Hayyan sagte in seinem Tafsir (/glossar/129-tafsir): „Beide, freie Frauen und Sklavinnen der vorislamischen Zeit gingen in die Öffentlichkeit, ohne ihr Gesicht zu bedecken. Sklavinnen wurden oft von Angreifern in Palmenhainen vergewaltigt, wenn sie nachts rausgingen, um ihren Bedürfnissen nach zu gehen. Das gleiche geschah mit freien Frauen und die Vergewaltiger würden sich damit verteidigen, dass sie dachten, sie hätten nur eine Sklavin geschändet.“

„Aus diesem Grund wurde freien Frauen befohlen*, Kleidung zu tragen, welche nicht traditionell von Sklavinnen getragen wurde, sowie auch ihre Köpfe und Gesichter zu bedecken, so dass kein Mann jemals daran denken würde, sie zu belästigen.“ (Tafsir Al-Bahr Al-Muhit, Band 7, Seite 250) *Gemeint ist Vers 33:59.

 

Die Versionen 1 und 2 enthalten denselben einen verräterischen Fehler, der beweist, dass es sich um eine erfundene Geschichte handelt: Die Sklavinnen sollen Kleidung getragen haben!

Vor der Geburt, zu Lebzeiten und auch noch mindestens 70 Jahre lang nach dem Tode des Propheten waren die Sklavinnen vollkommen nackt und durften auch keine Kleidung tragen. Die Geschichte gemäß Version 1 und 2 musste also zu einer Zeit erfunden worden sein, als die Sklavinnen nicht mehr nackt waren.

Ungefähr im Jahre 1.200 (oder später) wurde die Bekleidungs-Situation, wie sie ungefähr im Jahre 900 vorlag, auf ungefähr das Jahr 600 der vorislamischen Zeit übertragen, was natürlich unzulässig war. Tatsächlich gingen jedoch rund 90% der freien Frauen und 100% der Sklavinnen im Jahre 600 noch nackt auf die Straße. _ ↑↑

 

Die Versionen 1 / 2 wurden erfunden, um die verfälschte Version von Vers 33:59 zu stützen.

 

Version 3: Glaubwürdige Ursprungs-Version

Quelle: Kalifat.com, Kleiderordnung der muslimischen Frau, Teil 1 →→

Akhr ad-Din ar-Razi (gest. 606 nach der Hijra): "In der Zeit der Jahiliyya (vorislamische Zeit) sind die freien und versklavten Frauen unbedeckt in die Öffentlichkeit gegangen, und dadurch wurden sie mit der Absicht, Unzucht zu begehen, verfolgt, weshalb Vorwürfe gegen sie erhoben wurden. Und aus diesem Grund hat Allah den freien Frauen den Jilbab als Pflicht* auferlegt."  *Gemeint ist Vers 33:59.

 

Drei Gemeinsamkeiten der Versionen 1, 2 und 3:

- Es werden freie Frauen und Sklavinnen in einem Satz genannt. _ ↑↑

- Es wird angegeben, wie es in vorislamischer Zeit gewesen sein soll.

- Es wird eine Begründung geliefert, warum Vers 33:59 verkündet wurde.

 

Bestimmung des Zeitpunktes, als die Geschichte gemäß Version 1 und 2 erfunden wurde, mit Hilfe von Version 3:

Akhr ad-Din ar-Razi starb 606 nach Hijra. Hijra war 622. Es sind also zu den 606 noch 622 zu addieren für die Umrechnung auf die christliche Zeit-Rechnung. 606 nach Hijra = 606 + 622 = 1228 nach Christus.

Ar-Razi hat die Überlieferung gemäß Version 3 zum Beispiel 1.200 geschrieben, also 28 Jahre vor seinem Tod.

Wegen der drei Gemeinsamkeiten von Version 1, 2 und 3 ist es naheliegend davon auszugehen, dass die Versionen 1 und 2 auch ungefähr um 1.200 entstanden sind oder aber später. Der Versionen 1 und 2 sind auf gar keinen Fall früher wie Version 3 entstanden.

 

Beim Dschilbab / Gilbab / Jilbab kann es sich nur um das traditionelle Gewand handeln, das grob geschätzt 75% der Frauen bereits in vorislamische Zeit besaßen, aber nur gelegentlich anzogen. Dies ergibt sich aus der folgenden

 

CHRONOLOGIE _ ↑↑

 

A) Zuerst wurde Vers 33:59 verkündet, der wortwörtlich wie folgt beginnt:

Quelle in Englisch: Quran.com/33/59 →→

O Prophet! Sage zu Deinen Gattinnen und Deinen Töchtern und den Frauen der Gläubigen, ziehen über sich von ihren Gewändern ...

 

Dies bedeutet originalgetreu einfach folgendes: Die (zuhause damals noch nackten) gläubigen Frauen und Propheten-Töchter sollten von den Gewändern (traditionellen Kleidern), die sie besaßen, (nehmen und) über sich ziehen (= anziehen, bevor sie rausgingen) ...

 

Die Kern-Forderung lautet: "Frauen und Kinder, zieht an, von den Gewändern, die ihr besitzt".

Dies ist vergleichbar mit: "Frauen und Kinder, esst von den Tomaten, die ihr besitzt".

 

Der Prophet wusste sicherlich, dass die damaligen traditionellen Gewänder den Busen meistens nicht bedeckten. Daraus ergibt sich, dass Vers 33:59 genau genommen nicht mehr fordert, wie die Bedeckung von Unterleib und Ober-Schenkeln. _ ↑↑

 

In einem ersten Schritt wollte der Prophet mit der Verkündung von Vers 59 hauptsächlich erreichen, dass die damals noch nackten Frauen wenigstens ihren Intim-Bereich bedecken, wozu auch ein Rock genügt hätte.

 

B) Wochen oder Monate nach der Verkündung von Vers 33:59 kam es zu einem Treffen gemäß folgender glaubwürdiger Überlieferung:

Quelle: BPB.de, Konfliktstoff Kopftuch, Ralf Ghadban →→

Den Anlass der Offenbarung bildet ein Treffen bei Asma, einer Tochter von Murtad, auf dem die Frauen in ihren traditionellen Kleidern (Gewändern) ohne zusätzliche Bedeckung erschienen sind. Da waren ihre Brüste und der Schmuck an ihren Füßen sichtbar. Das soll Asma angeekelt haben, sie sagte: "Wie hässlich ist das!", und darauf wurde der Vers herabgesandt.

 

C) Bald nach dem Treffen gemäß A) wurde Vers 24:31 verkündet. In diesem Vers wurde und wird hauptsächlich gefordert, dass die (damals noch) freien Busen zu bedecken sind. Hierbei war es offenbar so, wie unter B) beschrieben: Die Frauen trugen wegen Vers 33:59 zwar nun ihre traditionellen Gewänder / Kleider. Diese hatten aber so ultragroße Ausschnitte, dass ein Busen oder beide Busen komplett sichtbar waren. Vers 24:31 ist somit eine Verschärfung von Vers 33:59. Zusammenfassend ist es ganz einfach: In einem ersten Schritt fordert Vers 59 die Bedeckung des Unterleibs und in einem zweiten Schritt fordert Vers 31 die Bedeckung des Oberleibs. Ein Badeanzug würde also beiden Versen genügen. _ ↑↑

 

Zur Reihenfolge der Suren-Verkündung:

Quelle: Islam Akademie.de, Chronologie der Suren →→

Gemäß der Tabelle wurde in drei von vier Fällen ZUERST der Vers 33:59 verkündet und mit einigem Abstand der Vers 24:31. Der eine Fall, in dem die umgekehrte Reihenfolge angegeben wurde, ist unglaubwürdig, weil der Vers 33:59 UNMITTELBAR nach Vers 24:31 verkündet worden sein soll. Die Reihenfolge der Suren-Verkündung wird ausführlicher behandelt unter: Zusammenwirken 59/31

 

Zweiter Grund, warum der Verwechselungs-Hadith erfunden wurde:

Es ist nur schwer vorstellbar, dass Frauen, Männer und insbesondere auch Alte, Kinder und Kranke in manchmal stockfinsterer Nacht durch die halbe STADT Medina wanderten, um in einem außerhalb der Stadt liegenden Palmenhain ihre Notdurft zu verrichten. Viel wahrscheinlicher ist es, dass es in einer Ecke des Gebäude-Grundstückes, das wahrscheinlich auch noch mit einer Mauer umgeben war, eine Art Grube für die Notdurft gab. Denkbar ist auch die Benutzung von Nacht-Töpfen.

 

Eine vorgeschobene Begründung für Vers 59 _ ↑↑

a) Bei Version 1 und 2 wurde die Verwechselungs-Gefahr als Grund für die Verkündung von Vers 33:59 benannt.

b) Bei Version 3 wurde die Absicht Unzucht zu begehen, als Grund für die Verkündung von Vers 33:59 benannt.

c) Innerhalb von Vers 33:59 wurde seine Verkündung damit begründet, dass die Frauen (als was auch immer) erkannt werden sollen und daraufhin nicht belästigt werden.

 

Die Gründe a) und b) sind frei erfunden. Aber auch der Grund c) ist nur eine vorgeschobene Begründung.

 

Die tatsächliche Begründung wollte der Prophet offenbar nicht nennen. Die wirkliche Begründung lautet:

Die noch vor wenigen Jahren heidnischen Frauen sollten nicht mehr nackt auf die Straße gehen, sondern ein Gewand anziehen ... so ähnlich wie dies die Christinnen und Jüdinnen schon seit Jahrhunderten machten. Die Frauen der neuen Religion sollten sich so kleiden, dass sie mit den Christinnen und Jüdinnen mithalten. Die Bekleidung der Frauen, die der neuen Glaubens-Gemeinschaft angehören, sollten ebenbürtig gekleidet sein, bezogen auf Christinnen und Jüdinnen.

 

Bei einer derart tiefgreifenden Forderung, wie sie der Vers 33:59 darstellt, musste der Prophet eine einigermaßen plausible Begründung liefern, ohne jedoch den wahren Grund preiszugeben und so nannte er die Belästigungs-Vermeidung als Vorwand. _ ↑↑

 

Es ist schon erstaunlich, dass die Version 3 nicht vernichtet wurde, nachdem die Version 2 erfunden wurde, in Anlehnung an Version 3.

 

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G2) Ansar-Hadith (Schneide-Geschichte)

 

Siehe TEIL II), Punkt B)

 

Der Absatz G2) wurde nachfolgend mit Vers-Infos aufgefüllt, damit er nicht so kurz ist:

 

Vers 33:53 (Vorhang)

Dies ist der dritte Vers, in dem es um die Frauen-Verhüllung geht. Er wurde nicht verfälscht.

In diesem Vers geht es um einen Vorhang, der im Hause des Propheten zwischen einer Propheten-Gattin und einem fremden Mann vorschreibt, wenn beide miteinander kommunizieren. Zu diesem Vers gehört der Hinweis, dass er zu einer Zeit verkündet wurde, als die Propheten-Gattinnen im Haus des Propheten noch nackt waren … bis auf die obligatorische Kopf-Bedeckung. Unter dieser Randbedingung wird der geforderte Vorhang zwischen sich fremden Geschlechtern verständlich. Zu diesem Hadith gibt es weder eine glaubwürdige noch eine erfundene Geschichte. _ ↑↑

 

Vers 24:60 (Omas)

Dies ist der vierte Vers, in dem es um die Frauen-Verhüllung geht. Er wurde nur wenig verfälscht.

In diesem Vers geht es um ältere Frauen, die ihr Gewand wieder ablegen durften, ihre Zierde, also ihren Busen, jedoch bedeckt halten sollen. Die Verfälschung erfolgt beim Wort „Gewand“. Hierbei soll es sich um ein Ober-Gewand handeln. Dies stimmt jedoch nicht. Es ging um kein Ober-Gewand, sondern um das damalige traditionelle Gewand, welches direkt auf der Haut getragen wurde. Zu diesem Hadith gibt es weder eine glaubwürdige noch eine erfundene Geschichte.

 

Vers 33:59 + Vers 24:31

Zu den vorislamischen traditionellen Gewändern (Gilbab / Jilbab) gibt es folgende Erkenntnisse:

 

1 Sie ließen meistens einen oder sogar beide Busen frei sichtbar.

 

2 Sie wurden direkt auf der Haut getragen und waren somit keine Übergewänder.

 

3 Sie gingen wahrscheinlich nur ungefähr bis zum Knie.

 

4 Sie waren wohl ehr kurzärmelig oder sogar ärmellos.

 

5 Besonders die jungen und ledigen Frauen hatten normalerweise noch gar kein solches Gewand.

 

6 Die damaligen Gewänder waren hauptsächlich im Besitz der verheirateten Frauen. _ ↑↑

 

7 Die damaligen Gewänder wurden im Alltag nicht getragen, sondern nur bei besonderen Anlässen.

 

Der zuerst verkündete Vers 33:59 forderte die Frauen auf, von dem vorhandenen Bestand an vorislamischen traditionellen Gewändern zu nehmen und anzuziehen. Wegen der Gewand-Ausführung (unbedeckte Busen) ergibt sich aus Vers 59 lediglich die Forderung, den Unterleib zu bedecken. Die Busen-Bedeckung wurde noch nicht gefordert.

 

Offenbar hauptsächlich auf Betreiben von Asma wurde der Vers 24:31 zwischen einem Vierteljahr und einem Jahr nach Vers 59 verkündet. In Vers 31 wird nun auch die Busen-Bedeckung gefordert. Vers 31 stellt also eine Verschärfung gegenüber Vers 59 dar.

 

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G3) Hidschab-Hadith (Zeige-Geschichte)

 

>> Aischa, die Frau des Propheten, berichtet, dass der Prophet seinen Blick von ihrer Schwester Asma abwandte, als diese einmal mit durchsichtiger Kleidung zu ihm kam. Er sagte zu ihr: "Asma, wenn eine Frau ihre erste Regelblutung hatte, soll man nichts von ihr sehen, außer diesem und diesem." Und er zeigte dabei auf sein Gesicht und seine Hände. << _ ↑↑

 

Gründe, warum dieser Hadith eine erfundene Geschichte ist, obwohl er von dem bedeutendsten Hadith-Gelehrten der Neuzeit Al-Albani (1914 - 1999) mit SAHIH (es ist wahr) bewertet wurde:

 

00 Niemand weiß, wann dieses angebliche Ereignis war. Es wird deshalb das Jahr nach der Verkündung der beiden Verse 33:59 und 24:31 angenommen, also das Jahr 628.

 

01 Asma hatte im angenommenen Jahre 628 das Alter von 35 Jahren erreicht, wenn sie 593 geboren wurde.

 

02 Asma war seit dem Jahr 622, also seit 6 Jahren verheiratet.

 

03 Asma hatte 628 bereits mindestens drei, vielleicht sogar schon vier Kinder, von insgesamt acht.

 

04 Sie war mit einem Cousin, Freund und Gefährten des Propheten verheiratet.

 

05 Sie war eine sicherlich weit überdurchschnittlich kluge (intelligente) Frau. _ ↑↑

 

06 Sie war eine der ersten, die die neue Religion angenommen hatte (Nr. 18 auf einer Liste).

 

07 Sie hatte gleich drei Informanten bezüglich „anständiger“ Bekleidung (Aischa, Gatte und Vater).

 

08 Sie gehörte zum engsten Kreis des Propheten bei der Flucht im Jahre 622 (Höhlen-Versteck und Hosen-Bund-Geschichte).

 

09 Sie rettete dem Propheten wahrscheinlich das Leben, indem sie hochschwanger zurück nach Mekka ging, um Nahrung zu holen.

 

10 Sie rettete dem Propheten wahrscheinlich das Leben, indem sie ihn in Mekka nicht verriet, sondern sich lieber blutig schlagen ließ.

 

11 Der Prophet sagte nach überstandener Flucht zu Asma, dass sie zu denen im Paradies gehören würde. Quelle: Inside Islam, important figures →→ (0,77 MB)

 

12 Sie war im Jahre 628 bereits 18 Jahre lang eine Frau, falls die Geschlechtsreife im Jahr 610 war.                                                                     

 

13 Der Prophet hatte in den 18 Jahre viele Gelegenheiten, Asma zu sagen, wie sie sich zu kleiden hat.

 

14 Sie war die Schwägerin des Propheten, also seine Verwandte. _ ↑↑

 

15A Es gibt keine Unterlage, aus der sich ableiten lässt, wann und warum der Besuch gewesen sein soll.

 

15B Quelle: BPB.de, Konfliktstoff Kopftuch, Ralf Ghadban →→

>> Den Anlass der Offenbarung bildet ein Treffen bei Asma, einer Tochter von Murtad, auf dem die Frauen in ihren traditionellen Kleidern ohne zusätzliche Bedeckung erschienen sind. Da waren ihre Brüste und der Schmuck an ihren Füßen sichtbar. Das soll Asma angeekelt haben, sie sagte: "Wie hässlich ist das!", und darauf wurde der Vers (24:31) herabgesandt. <<

Kommentar: Asma war demnach eher ein Vorbild oder eine Vorreiterin von gesitteter Kleidung. Diese Frau soll zu leicht bekleidet beim Propheten erschienen sein?

 

15C Asma überlebte den Propheten um beeindruckende 60 Jahre. Offenbar erzählte sie in dieser langen Zeit niemandem von ihrem (angeblichen) Zeige-Erlebnis beim Propheten. Dies ist doch seltsam.

 

16 Es ist unklar, wie die angebliche Berichterstattung Aischas zu dem gelangte, der sie aufschrieb. Hierzu gibt es offenbar nur die Aussage von Abu Dawud, wonach sich Aischa und Khalid ibn Duraik nicht sahen. Allerdings gibt es zwei Möglichkeiten, die dazu führen, dass sich Aischa und Khalid ibn Duraik nicht sahen:
(a) Entweder es behauptete Khalid ibn Duraik, dass ihm der schwache Hadith direkt von Aischa erzählt wurde, obwohl Khalid ibn Duraik erst nach Aischas Tod geboren wurde.
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(b) Oder es behauptete Khalid ibn Duraik, dass er von jemandem geschickt wurde, der den schwachen Hadith (angeblich) von Aischa erfuhr. Dieser Unbekannte müsste dann vor Aischas Tod geboren worden sein.

 

17 Im schwachen Hadith fehlt zum Beispiel die Angabe, wann das Ereignis gewesen sein soll, wann Aischa berichtet haben soll, warum Asma zum Propheten ging, wann Aischa geboren wurde, wann Asma geboren wurde, dass Asma die wesentlich ältere Halb-Schwester von Aischa war und wann Khalid B. Duraik geboren wurde.

 

18 Während in Vers 33:59 und 24:31, verkündet im Jahr 627, zwischen Gläubigen und (noch) Ungläubigen unterschieden wird, weil zu diesem Zeitpunkt die Mehrheit den neuen Glauben noch nicht angenommen hatte, fehlt im schwachen Hadith diese Unterscheidung. Dies ist ein Hinweis darauf, dass der schwache Hadith zu einem Zeitpunkt erfunden wurde, als eine Unterscheidung in Gläubige und Ungläubige nicht mehr erforderlich war, weil in der Region Mekka / Medina inzwischen so gut wie Alle den neuen Glauben angenommen hatten. Dies dürfte so um das Jahr 720 der Fall gewesen sein.

 

19 Im schwachen Hadith steht NICHT, … wenn die FREIE/GLÄUBIGE Frau ihre Geschlechtsreife erlangt hat …, sondern es steht darin, … wenn die Frau ihre Geschlechtsreife erlangt hat … (FREIE/GLÄUBIGE fehlt).

Daraus kann abgeleitet werden, dass ALLE Frauen gemeint sind, also auch die Sklavinnen. Zu den Sklavinnen gibt es jedoch zwei Informationen: _ ↑↑

(A) Der zweite Kalif riss zwischen 634 und 644 einer Sklavin das Tuch vom Kopf, weil sie sich nicht mit den freien Frauen vergleichen durfte. Daraus kann abgeleitet werden, dass die meisten freien Frauen eine Kopfbedeckung trugen. Diese sollte jedoch nicht die Kopf-Haare vor den Blicken fremder Männer schützen, sondern diente der Kenntlichmachung freier Frauen und war keineswegs vorgeschrieben.

(B) In einer nachgebildeten Sklaven-Karawane, die auf das Jahr 700 datiert wird, trugen die Sklavinnen keinen Hidschab, sondern waren selbst in der Wüste noch nackt. Siehe Fotos gemäß

Quelle: Figurenmuseum.de, Epochen, 700 →→

Daraus kann abgeleitet werden, dass der schwache Hadith zum Hidschab erst nach 700 erfunden wurde.

 

20 Zwischen dem, was der Hidschab-Hadith aussagt und dem, was die RICHTIG übersetzten Koran-Verse 33:59 und 24:31 aussagen, liegen Welten. Der Hidschab-Hadith verlangt die Komplett-Bedeckung, bis auf Gesicht und Hände. Die beiden Koran-Verse wurden verkündet, um die vor-islamische Frauen-Nacktheit und Busen-Freiheit in der Öffentlichkeit zu beenden. Die weit verbreitete Frauen-Nacktheit in Haus und Harem wurde durch die beiden Verse 59 und 31 nicht beanstandet und blieb auch noch nach den Vers-Verkündungen im Jahre 627 für eine ganze Weile bestehen. _ ↑↑

 

21 Asma war ganz bestimmt auch schon zu der Zeit, als sie noch in Mekka wohnte, also vor und während 622, so bekleidet, dass der Prophet nichts daran auszusetzen hatte. Wird einmal folgendes angenommen:

- Asma war fünf oder sechs Jahre später, also 627 / 628, aus einem unbekannten Grund beim Propheten.

- Asma war dabei leichter bekleidet, wie die vielen Jahre vorher, weil es z.B. ganz besonders heiß war.

Dann hätte der Prophet vielleicht zu ihr gesagt, dass sie auch bei großer Hitze nicht mehr von ihrer Haut zeigen sollte, wie sonst auch. Ganz bestimmt hätte der Prophet vor Asma (ausgerechnet vor seiner Retterin bei der Flucht) keine solche Show abgezogen, wie im schwachen Hadith beschrieben (abwenden und auf Gesicht und Hände zeigen). Mit dieser Show-Einlage haben sich die Erfinder des schwachen Hadith verraten, denn mit dem angeblichen Abwenden von Asma (wegen eines unerträglichen / schockierenden Anblickes), haben sie den Bogen überspannt. Außerdem vergaßen die Erfinder die Füße. _ ↑↑

 

22 Normalerweise dürfte es wie folgt gewesen sein: Abu Dawud, Buchari und Andere sammelten und ordneten Hadithe, die schon lange vor ihrer Geburt geschrieben wurden. Beim Hidschab-Hadith könnte es jedoch anders und wie folgt gewesen sein: Khalid ibn Duraik besuchte Abu Dawud und erzählte ihm den Hidschab-Hadith, der angeblich von Aischa stammen sollte. Abu Dawud schrieb den Hidschab-Hadith auf, wie er ihm erzählt wurde und fügte noch den Vermerk hinzu: „Khalid ibn Duraik sah Aischa nie“ (, weil Khalid ibn Duraik wahrscheinlich erst über 100 Jahre nach Aischas Tod geboren wurde).

 

Jede einzelne, dieser soeben aufgeführten Aussagen, lassen einen Besuch in der Weise, wie sie im Hidschab-Hadith beschrieben wurde, unwahrscheinlich erscheinen. Dies gilt erst recht, wenn alle Aussagen berücksichtigt werden. Aus Asmas Biografie ergibt sich, dass der Hidschab-Hadith erfunden wurde.

 

Der Hidschab-Hadith ist keinem Koran-Vers fest zugeordnet und so etwas wie der Libero. Dadurch ermöglicht er folgendes: _ ↑↑

- Er kann ganz für sich allein benutzt werden.

- Er kann nur zusammen mit Vers 33:59 benutzt werden.

- Er kann nur zusammen mit Vers 24:31 benutzt werden.

- Er kann auch zusammen mit Vers 33:59 + 24:31 benutzt werden.

 

Wie zwei der drei verfälschten Koran-Verse mit den drei erfundenen Geschichten verbunden oder verknüpft sind, ist auf folgender Übersicht, die Pfeile enthält, zu sehen:

DER GLAUBE.WP / Ist die Burka oder … (0,6 MB)

 

Siehe auch die Webseite: Wahrheit und Erfindung (0,1 MB)

 

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Diese Webseite hat 0,2 MB, füllt 12 DIN-A4-Seiten und enthält ungefähr 6.120 Wörter mit 34.670 Zeichen. Seiten-Name: Verse & Geschichten

 

Betreiber der Webseite _ www.parkfach.de _ ist Reiner Zabel.

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